Politik : Rechtsextremismus: NPD-Mann als Spitzel

Berlin (dpa)

Der stellvertretende Thüringer NPD-Landesvorsitzende Tino Brandt ist laut einem Bericht der Zeitung "Thüringer Allgemeine" seit Jahren als Spitzel für das Landesamt für Verfassungsschutz tätig. Dem in Erfurt erscheinenden Blatt zufolge erhielt er Honorar in sechsstelliger Höhe. Das Geld habe er vor allem zur Finanzierung von rechtsextremistischen Aufmärschen verwendet, hieß es. Brandt stehe auch dem "Thüringer Heimatschutz" vor und gelte als ideologischer und organisatorischer Kopf der rechten Szene.

Sprecher der Oppositionsparteien SPD und PDS verlangten am Sonntag in Erfurt Aufklärung von Innenminister Christian Köckert (CDU) und Konsequenzen, falls der Bericht zutreffe. Letztes Jahr war Thomas Dienel, ebenfalls eine rechtsradikale Führungsfigur, als Spitzel enttarnt worden, was zu einer Krise im Thüringer Verfassungsschutz und schließlich zur Ablösung seines Präsidenten Helmut Roewer führte.

Laut "Thüringer Allgemeine" hat sich Roewers Nachfolger Thomas Sippel gegen eine Beschäftigung von Inhabern rechter Führungspositionen als Spitzel ausgesprochen, doch habe es zu diesem Zeitpunkt "bereits regelmäßige Treffen seiner Behörde mit Brandt in Coburg" gegeben. Köckert bezeichnete die Beschäftigung von V-Leuten in derartigen Positionen als problematische Grauzone. Wegen des Geheimnisschutzes wollte er sich nicht im Detail äußern. Sein Sprecher sagte am Sonntag, Brandt sei "bei weitem kein Spitzenmann der rechtsextremistischen Szene".

Nazis als BND-Agenten?

Berlin (dpa) . Der Bundesnachrichtendienst und sein Vorläufer, die Organisation Gehlen, sowie andere westliche Geheimdienste haben in der Bundesrepublik ein Netz "schlafender Agenten" geführt. Nach einem Bericht des "Spiegel" sollten sich diese bei einem sowjetischen Angriff überrollen lassen und hinter der Front Widerstand leisten. Das gehe aus CIA-Unterlagen hervor. Das Netz führte der frühere SS-Oberführer Wilhelm Krichbaum. Der Chef der Geheimen Feldpolizei, die zahlreiche Kriegsverbrechen begangen hat, rekrutierte viele ehemalige Angehörige von SS und Gestapo.

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