Politik : Rechtsextremismus: Prozess gegen Neonazis wegen Synagogen-Anschlag

Wegen eines Brandanschlags auf die Erfurter Synagoge müssen sich von diesem Dienstag an drei junge Rechtsextremisten vor Gericht verantworten. Zwei 18-Jährige und ein 17-Jähriger aus Neudietendorf (Landkreis Gotha) sind wegen versuchter schwerer Brandstiftung und Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt. Zwei von ihnen haben gestanden, am Abend des 20. April zwei Molotow-Cocktails auf das Gotteshaus der jüdischen Landesgemeinde geworfen zu haben. Der dritte will nur das Fluchtauto gefahren haben. Die Brandsätze am Geburtstag Adolf Hitlers hatten nicht gezündet. Es wurde niemand verletzt, an dem Gebäude entstand kaum Schaden. Zuvor waren zwei Anschläge auf das jüdische Gebetshaus in Lübeck 1994 und 1995 verübt worden. Die beiden Hauptverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. Anklage hat der Generalbundesanwalt erhoben. Der 1. Strafsenat des Thüringer Oberlandesgerichts, der aus räumlichen Gründen im Landgericht Gera tagt, hat zunächst drei Verhandlungstage bis zu diesem Donnerstag angesetzt. Den Angeklagten droht bei einer Verurteilung eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

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