Rechtsextremismus : Razzia in Haus von NPD-Vorstand

Der Polizei ist ein Schlag gegen den Vertrieb rechtsextremer Musik gelungen. Bei der Razzia in Thüringen und Niedersachsen wurde dabei auch das Haus eines NPD-Vorstandmitglieds durchsucht.

Wiesbaden Das Haus in Thüringen gehöre einem NPD-Bundesvorstandsmitglied, teilten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Die Staatsanwaltschaft sprach von Thorsten H.. Dem NPD-Bundesvorstand gehört Thorsten Heise an. Er muss sich vor dem Landgericht Göttingen gegen den Vorwurf verantworten, er habe 6000 Musik-CDs mit volksverhetzendem Charakter aus Thailand importiert, um sie über seinen Versandhandel zu vertreiben. Das Verfahren wurde Mitte des Jahres ausgesetzt.

Bei den Durchsuchungen mit rund 100 Beamten ging es laut BKA und Staatsanwaltschaft ebenfalls um den Vorwurf, rechtsextreme Musik verbreitet zu haben. Das NPD-Bundesvorstandsmitglied soll "Urheber und Vertreiber mehrerer Tonträger mit strafbaren rechtsextremen Inhalten" sein, erklärten die Ermittler. Die Musik dieser im November 2003 erstmals in Australien produzierten Tonträger genieße wegen ihrer Mischung aus eingängigen Melodien bekannter Schlager und rechtsextremistischen Texten in der rechten Szene "Kultstatus".

Außerdem werde dem NPD-Vorstandsmitglied Herstellung und Vertrieb von Musiktiteln angelastet, für deren Erstproduktion er sich bereits vor Gericht verantworten müsse, heißt es in der Mitteilung. Das zweite durchsuchte Objekt liegt im Harz. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ist für das Verfahren zuständig, weil die Tonträger auf dem Rhein-Main-Flughafen sichergestellt wurden.

Die Produktion der illegalen Tonträger wurde nach Darstellung der Ermittler im Verlauf der vergangenen elf Jahre ins Ausland verlagert, um einer möglichen Strafverfolgung zu entgehen. Dennoch seien sie nach wie vor für den deutschen Markt bestimmt. (mit dpa/AFP)

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