Politik : Rechtsextremismus: Spiegel warnt vor Bündnis Neonazis-Islamisten

Vor der möglichen Gefahr eines Zusammengehens neonazistischer und palästinensisch-islamistischer Gewalttäter hat der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, gewarnt. "Ich befürchte eine solche Kooperation", sagte er am Wochende der dpa. Wenn dies geschehe, "dann haben wir ein ganz großes Problem und Anlass zu großer Sorge".

Hinter dem islamisch begründeten Fanatismus "stehen große, gefestigte und vermögende Strukturen", sagte der Zentralratspräsident, der vor einem Jahr in sein Amt gewählt wurde.

Auch wenn Verfassungsschützer bisher nicht vom Zusammengehen beider Gruppen ausgingen, könne er sich "mit diesen Beschwichtigungsversuchen nicht zufrieden geben", sagte Spiegel: "Die deutschen Behörden müssen das genau untersuchen."

Nach dem versuchten Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge im Oktober waren zwei Rechtsradikale nahöstlicher Herkunft festgenommen worden, die die Tat gestanden haben.

Spiegel war am 9. Januar vergangenen Jahres zum obersten Repräsentanten von mehr als 80000 in Deutschland lebenden Juden gewählt worden. Im Laufe seines ersten Amtsjahres sei er mit Blick auf das Verhältnis von Juden und Nicht-Juden in Deutschland "zwar nicht pessimistischer geworden, aber mein Optimismus ist um einige Grade zurückgegangen", sagte der 63-Jährige.

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