Rechtsextremismus : Weitere Anklagen nach Überfall in Halberstadt

Wegen gefährlicher Körperverletzung ist gegen zwei weitere tatverdächtige Männer im Alter von 22 und 24 Jahren Anklage erhoben wordne. Wie die anderen beiden Angeklagten sind sie bereits einschlägig bei der Polizei bekannt.

HalberstadtNach dem Überfall von Rechtsextremen auf eine Theatergruppe in Halberstadt ist gegen zwei weitere Tatverdächtige Anklage erhoben worden. Den 22 und 24 Jahre alten Männern wird wie auch den beiden anderen Angeklagten gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halberstadt mitteilte. Die Rechtsextremen sollen bei dem Überfall auf die Mitglieder des Theaterentsembles am 9. Juni beteiligt gewesen sein. Dabei waren fünf Schauspieler verletzt worden. Die vier Beschuldigten im Alter zwischen 22 und 29 Jahren werden der rechten Szene zugeordnet und sind bereits bei der Polizei einschlägig bekannt.

Die Kirchen in Sachsen-Anhalt riefen unterdessen zum Widerstand gegen Fremdenhass und Gewalt auf. "Intoleranz und Gewalt sind nicht vereinbar mit grundlegenden Werten des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft. Sie sind erst recht nicht vereinbar mit der Botschaft des christlichen Glaubens", heißt es in einem Gemeinsamen Wort der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, der Evangelischen Landeskirche Anhalts, des Bistums Magdeburg und der Evangelisch-lutherischen Kirche in Braunschweig. Alle Christen seien aufgefordert, sich einzumischen und stark zu machen für eine demokratische, weltoffene Gesellschaft.

Kirchen rufen zum Widerstand gegen rechte Gewalt

Der Text soll am Sonntag, ein Jahr nach der Verbrennung des "Tagebuchs der Anne Frank" in Pretzien in Sachsen-Anhalt, in den Gottesdiensten verlesen werden. Die von Rechtsextremen inszenierte Bücherverbrennung bei einer so genannten Sonnenwendfeier in Pretzien hatte bundesweit und auch im Ausland für große Empörung gesorgt. Im März wurden dafür fünf junge Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Die Stadt Halle an der Saale will mit einer großen Open-Air-Veranstaltung unter dem Motto "Laut gegen Nazis" ein bundesweites Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Am Mittwoch kommender Woche werden unter anderem Musiker der Bands Madsen, Afrob und The Films zu dem Konzert erwartet. Zahlreiche Initiativen und Vereine wollen außerdem über ihre Arbeit gegen den Rechtsextremismus informieren, wie das Stadtmarketing mitteilte. (mit AFP)

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