• Rechtsextremismus: "Wir müssen eine breite Abwehrfront bilden" - Erwin Teufel (CDU), Baden-Württemberg

Politik : Rechtsextremismus: "Wir müssen eine breite Abwehrfront bilden" - Erwin Teufel (CDU), Baden-Württemberg

Was müssen die Bürger leisten[um der re]

Um rechtsextremistischer Gewalt und Fremdenfeindlichkeit in unserem Land erfolgreich zu begegnen, reichen staatliche Maßnahmen allein nicht aus. Wenn wir auf Dauer Ruhe vor diesem Schreckgespenst haben wollen, müssen wir ihm die letzten Reste seines gesellschaftlichen Nährbodens entziehen. Hierzu bedarf es des Zusammenschlusses aller demokratisch gesonnenen Kräfte in einer breiten Abwehr- und Ablehnungsfront, die praktisch alle Lebensbereiche einbezieht und für deren Wirksamkeit jeder Einzelne von uns Verantwortung trägt.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich hier einzubringen und direkt oder indirekt etwas gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Intoleranz zu tun. Als ideale Plattform für ein entsprechendes Engagement sehe ich die in Baden-Württemberg von über 200 Landkreisen, Städten und Gemeinden betriebene Kommunale Kriminalprävention mit vielen Initiativen, die sich der Problematik widmen und die auch sehr stark von Bürgern getragen werden.

Ebenfalls große Bedeutung messe ich all jenen gesellschaftlichen Aktivitäten bei, die jungen Menschen Lebenssinn, Selbstachtung, Wertebewusstsein und ein Gefühl des gesellschaftlichen Angenommenseins vermitteln. Allein hier eröffnet sich ein riesiges Betätigungsfeld, ob im Jugendsport, in der Jugendhilfe oder in der Berufsausbildung - um nur drei Beispiele zu nennen.

Insbesondere Eltern, die weniger die materielle Ausstattung und mehr die Charakterbildung und Vermittlung sozialer Fähigkeiten bei ihren Kindern im Auge haben, leisten einen großen Beitrag gegen Extremismus und Intoleranz in unserer Gesellschaft.

Für unabdingbar notwendig halte ich die Abkehr von einer "Kultur des Wegsehens", wenn es gilt, Erscheinungsformen rechtsextremer Gewalt in der Öffentlichkeit zu begegnen. Jeder, der fremdenfeindliche Pöbeleien oder gar Gewalt in seinem Umfeld beobachtet, ist aufgerufen, Zivilcourage zu praktizieren, sich einzumischen, dem Opfer beizustehen oder wenigstens die Polizei zu verständigen. Damit erweist er den Menschen, die unmittelbar unter diesen Auswüchsen zu leiden haben, aber auch sich selbst und dem ganzen Land einen wertvollen Dienst.

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