Rechtsextremismus : Wohnungen nach "Rassenschulungen" durchsucht

Zwei jungen Männern wird vorgeworfen, Jugendlichen in einem Freizeitcamp antisemitische Filme und rechtsextreme Weltsichten vermittelt zu haben. Die Polizei durchsuchte heute unter anderem in Berlin Wohnungen der "Heimattreuen".

Berlin Nach einer "Rassenschulung" in einem Freizeitcamp bei Osnabrück haben Ermittler am Dienstag Wohnungen von Mitgliedern der rechtsgerichteten "Heimattreuen Deutschen Jugend" (HDJ) durchsucht. Betroffen waren Wohnungen in Berlin, Greifswald und im niedersächsischen Vechta, wie Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin mitteilten. Ermittelt werde gegen einen 26-Jährigen aus Niedersachsen und einen 24-jährigen Berliner, die im Januar vor Jugendlichen rechtsextreme Weltanschauen verbreitet und einen antisemitischen Film gezeigt haben sollen. Dabei habe sich der Berliner als "Führer der Leitstelle Nord der HDJ" ausgegeben.

Die Organisation steht unter dem Verdacht, durch vorgeblich unpolitische Zeltlager, Brauchtumspflege und Schulungen Nachwuchs für die rechtsextremistische Szene zu gewinnen. Die Veranstaltung bei Osnabrück von Mitte Januar soll der 26-Jährige geleitet haben, der 24-Jährige sei als Redner aufgetreten, hieß es. Der Berliner führte auch den NS-Propagandafilm "Der ewige Jude" vor, der wegen seines volksverhetzenden Charakters verboten ist.

Die Ermittler beschlagnahmten Unterlagen über die Vorträge und Speichermedien. Den Männern wird das Verbreiten verfassungswidriger Propagandamittel und Volksverhetzung zur Last gelegt. Weil unter den Zuhörern auch Minderjährige waren, ermitteln die Behörden auch wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz. (mpr/dpa)

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