Rechtsextremismus : Zündel-Verteidigerin droht Berufsverbot

Die rechtsextreme Anwältin Sylvia Stolz muss sich seit heute vor dem Landgericht Mannheim wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung verantworten. Sie soll den Holocaust als "größte Lüge der Weltgeschichte" bezeichnet haben.

Stolz
Sylvia Stolz -Foto: ddp

MannheimDer 44-jährigen Anwältin, die den rechtsextremen Revisionisten Ernst Zündel verteidigt hatte, droht ein Berufsverbot. Ihr wird angelastet, bei der Verteidigung Zündels im Frühjahr 2006 selbst den Holocaust als "größte Lüge der Weltgeschichte" bezeichnet zu haben. Das Verfahren gegen die Anwältin ist vorerst bis Ende Januar 2008 angesetzt.

Aus dem Zündel-Prozess war Stolz ausgeschlossen worden, nachdem sie eine Beschwerde an das Gericht mit "Heil Hitler" unterschieben und den Schöffen mit der Todesstrafe wegen "Volksverleumdung und Feindbegünstigung" gedroht hatte.

Enge Zusammenarbeit mit Horst Mahler

Stolz soll laut Anklage zudem eng mit dem rechtsradikalen Anwalt Horst Mahler zusammengearbeitet und dessen Texte in den Prozess eingeführt haben, obwohl gegen Mahler ein vorläufiges Berufsverbot bestand. Nach dem Ausschluss als Pflichtverteidigerin musste Stolz damals von Justizbediensteten aus dem Gerichtssaal getragen werden, weil sie sich weigerte, ihr Mandat aufzugeben. Der 44-Jährigen wird überdies vorgeworfen, sich in einem Verfahren vor dem Amtsgericht Potsdam ebenfalls volksverhetzend geäußert zu haben.

Gegen den weiteren Mitverteidiger Zündels, den rechtsextremen Hamburger Anwalt und NPD-Funktionär Jürgen Rieger, erhob die Staatsanwaltschaft Mannheim im September ebenfalls Anklage wegen Volksverhetzung in neun Fällen. Sie strebt für den einschlägig vorbestraften 61-Jährigen ebenfalls ein Berufsverbot an. (mit AFP)

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