Heilbronn : Neonazis ermordeten Polizistin 2007 wegen Dienstwaffe

BKA-Chef Jörg Ziercke, hatte zwischenzeitlich mit der Behauptung für Verwirrung gesorgt, es habe sich bei dem Mord in Heilbronn um eine Beziehungstat gehandelt. Nun sind sich die Ermittler sicher, dass es nicht so war.

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30.04.2007: Polizisten trauern um ihre ermordete Kollegin Michele Kiesewetter. Foto: dpa
30.04.2007: Polizisten trauern um ihre ermordete Kollegin Michele Kiesewetter.Foto: dpa

Das Bundeskriminalamt schließt laut einem Zeitungsbericht entgegen früherer Angaben beim Heilbronner Polizistinnen-Mord 2007 eine Beziehungstat aus. Die Ermittler gingen davon aus, dass die Zwickauer Neonazis die Polizistin erschossen, um an deren Dienstwaffe zu gelangen, berichtete die „Süddeutsche
Zeitung“.

Die Pistole der Polizistin und ihres schwer verletzten Kollegen war im November in dem ausgebrannten Wohnwagen in Eisenach gefunden worden, in dem die mutmaßlichen Täter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt starben. Der Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, hatte zwischenzeitlich mit der Behauptung für Verwirrung gesorgt, es habe sich bei dem Mord in Heilbronn um eine Beziehungstat gehandelt. Die Aussage wurde später vom BKA korrigiert.

Wahrscheinlich wurde die 22-Jährige eher zufällig Opfer der Bande. Vermutlich wollten die Neonazis an Polizeiwaffen gelangen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.
Der Mord auf der Theresienwiese in Heilbronn am 25. April 2007 war von besonderer Kaltblütigkeit. Die 22 Jahre alte Polizistin Kiesewetter machte mit ihrem Kollegen Martin A., 24, in ihrem Dienstwagen Mittagspause, als zwei Männer an das Auto herantraten. Sie erschossen Kiesewetter und verletzten ihren Kollegen A.
lebensgefährlich.

Dann nahmen die Mörder ihnen die beiden Heckler&Koch P 2000 ab sowie drei Magazine mit 39 Schuss Munition ab. Zur Tat hatten sich die Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in einer im November verschickten DVD bekannt. Da die Mörder wie die Polizistin aus Thüringen stammten, war über eine Beziehungstat spekuliert worden.

Nach Feststellungen der Ermittler konnten die Mörder nicht wissen, dass Kiesewetter am 25. April Dienst hatte. Sie hatte Urlaub und war kurzfristig eingesprungen. Auch war die Fahrtroute der beiden Polizisten eher zufällig. Ermittlungen in Oberweißbach brachten kein Indiz für eine Beziehungstat.

(dpa/dapd)

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