Update

Nach Festnahme in Sachsen : Haftbefehl gegen weiteren mutmaßlichen Unterstützer der Neonazi-Terrorzelle

Gegen einen weiteren mutmaßlichen Unterstützer der Neonazi-Terrorzelle NSU wurde nach der Festnahme Haftbefehl erlassen. Matthias D. zählte zu Gruppierungen wie "Brigade Ost" oder "Weiße Bruderschaft Erzgebirge".

von
Unterschlupf. Die rechtsextreme "Brigade Ost" operierte im sächsischen Johanngeorgenstadt. Der jetzt festgenommene Matthias D. zählte zu ihren Unterstützern.
Unterschlupf. Die rechtsextreme "Brigade Ost" operierte im sächsischen Johanngeorgenstadt. Der jetzt festgenommene Matthias D....Foto: dpa

Im Fall der Jenaer Terrorzelle NSU haben am Sonntag Beamte des Bundeskriminalamts und der sächsischen Polizei in Johanngeorgenstadt (Erzgebirge) den 36-jährigen Matthias D. festgenommen. Der mutmaßliche Rechtsextremist, gegen den ein Haftbefehl vorliegt, ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft dringend verdächtig, die Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)" unterstützt zu haben.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll Matthias D. im Mai 2001 und im März 2008 in der sächsischen Stadt Zwickau Wohnungen gemietet haben, die er den Mitgliedern der NSU als Unterschlupf zur Verfügung stellte. Die 2008 gemieteten Wohnräume wurden am 4. November 2011 von dem NSU-Mitglied Beate Zschäpe in Brand gesetzt, um Spuren zu verwischen. Wenige Stunden zuvor hatte die Polizei im thüringischen Eisenach die NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erschossen in einem brennenden Wohnmobil gefunden.

Matthias D. soll vom Juni 2003 an mit Uwe Böhnhardt Untermietverträge für die Wohnungen in Zwickau abgeschlossen haben. Nach Informationen des Tagesspiegels lauteten die Verträge auf den Aliasnamen Max B. Ein Person namens Max B. ist ebenfalls verdächtig, der Terrorzelle geholfen zu haben. Die Bundesanwaltschaft wird Matthias D. vor, er habe die Terrorgruppe dabei unterstützt, "ein Leben unter falscher Identität zu führen und unentdeckt Terrroranschläge verüben zu können".

Die Spur der Neonazi-Mörder
November 2011: Nach Ermittlungen um einen missglückten Banküberfall in Arnstadt und ein explodiertes Wohnhaus in Zwickau sieht sich die Bundesrepublik erstmals seit der Wiedervereinigung mit rechtsextremem Terror in größerem Ausmaß konfrontiert. Schnell ist die Rede vom Jenaer Neonazi-Trio um Beate Z. (36), Uwe B. (34) und Uwe M. (38). Ihre Spur lässt sich bis in die 90er Jahre zurückverfolgen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 53Foto: dapd
20.03.2013 13:59November 2011: Nach Ermittlungen um einen missglückten Banküberfall in Arnstadt und ein explodiertes Wohnhaus in Zwickau sieht...

Matthias D. ist nach Informationen des Tagesspiegels schon lange in der rechtsextremen Szene in Sachsen aktiv. Er zählte zunächst im Jahr 2000 zu einer braunen Clique in Johanngeorgenstadt, die sich "Brigade Ost" nannte. Im selben Jahr und 2001 soll Matthias D. ein Anhänger der rechtsextremen Gruppierung "Weiße Bruderschaft Erzgebirge" gewesen sein. In der Bruderschaft wie auch in der Brigade Ost soll zudem der ebenfalls als mutmaßlicher Unterstützer der Terrorzelle inhaftierte André E. aktiv gewesen sein.

3 Kommentare

Neuester Kommentar