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Tödlicher Hass : 149 Todesopfer rechter Gewalt

31.05.2012 16:50 Uhrvon , , Heike Kleffner, Toralf Staud

Von 1990 bis heute haben nach Recherchen des Tagesspiegels und der "Zeit" mindestens 149 Menschen ihr Leben durch Angriffe rechtsextremer Täter verloren. Die Polizei führt lediglich 63 Tote in ihrer Statistik. Ein Themenschwerpunkt.

2009

Am 1. Juli 2009 ersticht der NPD-Sympathisant Alex W. (28) im Dresdner Landgericht die schwangere Ägypterin Marwa el-Sherbini (31) und verletzt ihren Ehemann Elwy Okaz schwer. Die Tat geschieht während einer Berufungsverhandlung gegen den Russlanddeutschen. Alex W. hatte die Frau im August 2008 auf einem Spielplatz grundlos als „Islamistin“ und „Terroristin “ beschimpft. Dafür erhielt er eine Geldstrafe. Da W. sie nicht akzeptierte, war die Verhandlung notwendig. Im Gerichtssaal beleidigt W. die Ägypterin, dann sticht er überraschend und insgesamt 16-mal auf die Frau ein.

Am 1. Juni 2009 wird Marwa el-Sherbini im Gerichtssaal erstochen, nachdem sie ihren späteren Mörder wegen rechtsextremer Pöbeleien angezeigt hatte. Foto: dpaBild vergrößern
Am 1. Juni 2009 wird Marwa el-Sherbini im Gerichtssaal erstochen, nachdem sie ihren späteren Mörder wegen rechtsextremer Pöbeleien angezeigt hatte. - Foto: dpa

Auch der Ehemann erhält 16 Stiche. Ein Bundespolizist greift ein und schießt versehentlich auf Elwy Okaz, da er ihn für den Täter hält. Im November 2009 verurteilt das Landgericht Dresden den Russlanddeutschen zu lebenslanger Haft wegen Mordes, außerdem verkündet die Kammer eine besondere Schwere der Schuld. Als ein Tatmotiv nennen die Richter Fremdenhass. Die Ermittlungen gegen den Bundespolizisten stellt die Staatsanwaltschaft Dresden im Dezember 2009 ein. Der Mord an Marwa el-Sherbini gilt als bislang schwerster Fall islamophober Gewalt in der Bundesrepublik. Dieser Fall wird von der Bundesregierung im Jahr 2009 genannt.

Todesopfer rechter Gewalt

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