Politik : Recycling: Lob für den "Grünen Punkt"

Zehn Jahre nach Einführung des "Grünen Punktes" in der Abfallentsorgung hat das Umweltbundesamt eine insgesamt positive Bilanz gezogen und zugleich Reformen angemahnt. Inzwischen würden ähnliche Verfahren der Mülltrennung wie beim "Dualen System Deutschland" auch in vielen anderen europäischen Ländern und in Übersee angewendet, sagte der Sprecher des Umweltbundesamtes, Professor Eckhard Willing, am Dienstag in Berlin. Vertreter von Kommunen kritisierten das Konzept dagegen als zu teuer.

Das duale System, bei dem jährlich vier Milliarden Mark umgesetzt werden, habe sich bei vielen Abfallarten wie Papier, Pappe, Glas und Weißblech bewährt, so Willing. Die Menge des zu deponierenden Mülls habe sich seit Einführung des Systems deutlich verringert. Probleme gebe es aus Sicht des Umweltbundesamtes dagegen bei der "sehr aufwendigen und teuren" Sortierung kleiner Kunststoffabfälle. Überlegt werde derzeit, ob diese kleinen Mengen an gemischten Kunststoffen in die graue Restmülltonne geworfen und verbrannt werden könnten, erklärte Willing.

Kritisch über den "Grünen Punkt" äußerte sich dagegen der Landrat des hessischen Lahn-Dill-Kreises, Karl Ihmels. Durch das Monopol des dualen Systems würden alternative Technologien abgeblockt, die zu wesentlichen Einsparungen führen könnten. "Potenzielle Konkurrenten werden klein gehalten", sagte Ihmels, in dessen Landkreis über die Restmülltonne Verpackungsabfälle sortiert und mit geringem Aufwand verwertet werden. Das System sei "der klassisch fehlgeschlagene Versuch von Privatisierung", so Ihmels.

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