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Referendum : Puerto Rico stimmt für Anschluss an USA

Die Bürger von Puerto Rico haben dafür gestimmt, dass ihre Inselgruppe als 51. Bundesstaat vollständig den USA angehören soll. Die Inselgruppe in der Karibik ist bislang mit den USA assoziiert.

Die Bürger Puerto Ricos wollen mehrheitlich, dass ihr Land den USA beitritt.
Die Bürger Puerto Ricos wollen mehrheitlich, dass ihr Land den USA beitritt.Foto: Reuters

Die Bürger von Puerto Rico haben erstmals dafür gestimmt, dass ihre Inselgruppe als 51. Bundesstaat vollständig den USA angehören soll. In einem am Dienstag abgehaltenen, nicht bindenden Referendum votierte die Mehrheit der mehr als zwei Millionen Wahlberechtigten für den vollständigen Anschluss an die USA. Die Inselgruppe in der Karibik, die bis 1898 spanische Kolonie war, ist bislang mit den USA assoziiert.

Wie die örtliche Wahlkommission am Mittwoch nach Auszählung von 95,7 der Stimmen mitteilte, votierten 54 Prozent der Wähler gegen die Fortführung des bisherigen Status eines mit den USA assoziierten „Freistaats“. 61 Prozent stimmten bei einer weiteren Frage für den vollständigen Anschluss als 51. Bundesstaat an die Vereinigten Staaten.

In drei vorherigen Referenden - 1967, 1993 und 1998 - hatten sich die Puertoricaner für die Beibehaltung des seit 1952 geltenden Status der „freien Assoziierung“ mit den USA ausgesprochen. Die Bewohner von Puerto Rico haben seit 1917 die US-Staatsbürgerschaft und dienen in den US-Streitkräften, sind in den USA aber nicht wahlberechtigt oder steuerpflichtig.

Beim jetzigen Volksentscheid, der am Tag der US-Präsidentschaftswahl stattfand, waren auf dem Stimmzettel zwei Möglichkeiten angegeben: „Sind Sie damit einverstanden, den derzeitigen politisch-territorialen Status beizuhalten?“ und „Geben Sie an, welche der folgenden Optionen sie bevorzugen: ein Bundesstaat werden, die Unabhängigkeit verlangen oder ein assoziierter Freistaat sein?“ Für die Unabhängigkeit stimmten 5,5 Prozent, für den assoziierten Freistaat (also den bisherigen Status) 33 Prozent.

Der republikanische Gouverneur von Puerto Rico und Hauptbetreiber des Referendums und eines Anschlusses an die USA, Luis Fortuna, verfehlte seine Wiederwahl. Mit der Abstimmung wird sich nun der US-Kongress befassen. Der wiedergewählte US-Präsident Barack Obama hatte bei einem Besuch in Puerto Rico im Juni 2011 versprochen, dass seine Regierung an der Seite der Puertoricaner stehen werde. (AFP)

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