Politik : Reformer aus Tradition

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„Wo sind denn Ihre Leibwächter?“, fragen ihn Urlauber, wenn Franz Müntefering dieser Tage am langen Strand von Norderney entlangspaziert oder joggt. Doch die meisten kennen ihn auf seiner Lieblingsinsel bereits, das Ehepaar Müntefering kommt schon seit Jahren ins selbe kleine Hotel. In der Nachbarschaft: seine Stammkneipe, das „BierCaffee Börse“ und das Kur- und Erholungsheim der Arbeiterwohlfahrt, Bezirk „Westliches Westfalen“. Im gleichen Bezirk war der Fraktionschef einst SPD-Vorsitzender. „Norderney ist mein Italien“, sagt Müntefering, der sich gern selbst den Hauch des Provinziellen und Traditionalisten verleiht. In Berlin haben sie ihn die vergangenen Wochen ganz anders wahrgenommen. Nach der Kabinettsklausur von Neuhardenberg glaubten einige gar, Müntefering sei der eigentliche Reformmotor der Regierung. Im Urlaubs-Interview erzählt er, wofür er die norderneyischen Kräfte in den nächsten Monaten genau braucht.mfk

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