Politik : Regierung in Tokio legt verheerenden Untersuchungsbericht vor

In Japan weist ein Großteil der Atomfabriken Sicherheitsmängel auf. Das ist das Ergebnis eines am Montag von der Regierung vorgelegten Untersuchungsberichts. Nach dem schweren Atomunfall in Tokaimura mit mindestens 69 Strahlenopfern ließ das Arbeitsministerium alle dezentralen Atomfabriken des Landes überprüfen. Dabei stellte sich heraus, dass lediglich zwei von 17 untersuchten Anlagen keinerlei Defizite bei der Sicherheit oder der Gesundheitsvorsorge für ihre Mitarbeiter aufwiesen. Die Regierung wies die übrigen Unternehmen an, sämtliche Missstände zu beseitigen. Darüber hinaus sollen die Fabriken nach den Worten eines Sprechers künftig häufiger überprüft werden.

Der Großteil der Verstöße betraf Sicherheits- und Gesundheitskontrollen. So wurden regelmäßige Untersuchungen der Mitarbeiter durch Ärzte unterlassen oder Messungen an den Arbeitsplätzen nicht durchgeführt, sagte der Sprecher. Das Ministerium forderte die Betreiber von 14 Anlagen auf, in 55 Fällen Unterlagen über die radioaktive Belastung von Mitarbeitern für längere Zeit zu archivieren, auch wenn sie nicht die gesetzlichen Höchstwerte überschritten haben.

Bei dem Unfall in Tokaimura waren am 30. September nach offiziellen Angaben 69 Menschen verstrahlt worden. Mindestens drei Arbeiter erlitten lebensgefährliche Strahlenschäden. Der Unfall in der Brennelementefabrik war der schwerste atomare Zwischenfall seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. Die Arbeiter lösten eine unkontrollierte Kettenreaktion aus, indem sie eine viel zu große Menge Uran in ein Abklingbecken kippten.

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