Politik : Regierung verfehlt Frauenquote

Berlin - Frauen sind in Führungspositionen der Bundesregierung unverändert schwach vertreten. Dies geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Abgeordneten Bärbel Höhn hervor. Danach sind nur 16 Prozent der Spitzenposten im Kanzleramt mit einer Frau besetzt.

Auf den höchsten Anteil kommt mit 29,4 Prozent das Frauen- und Familienministerium. Im Haus von Ressortchefin Kristina Schröder (CDU), die feste Frauenquoten in Großunternehmen verhindern will, sind fünf von 17 Top-Posten weiblich besetzt. Mit 28,6 Prozent knapp dahinter folgt das Arbeitsministerium. Dort sind acht von 28 Leitungsposten in Frauenhand. Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) möchte im Gegensatz zu Schröder eine 30-Prozent-Quote für Vorstände und Aufsichtsräte von Dax-Konzernen gesetzlich vorschreiben.

Schlusslicht ist das Landwirtschaftsressort mit einem Anteil von 8,7 Prozent. Ganze zwei von 23 Führungsposten im Haus von Ministerin Ilse Aigner (CSU) sind mit Frauen besetzt. Da schneidet das Verteidigungsministerium mit 9,7 Prozent noch besser ab. Kaum besser ist die Lage im Auswärtigen Amt. Auf lediglich neun von 92 Top-Positionen sitzen Frauen, was einem Anteil von 9,8 Prozent entspricht.

Arbeitsministerin Leyen macht weiter Druck bei der Frauenquote. Zwar habe der Mittelstand 30 Prozent Frauen in der Führung, sagte die CDU-Politikerin der „Bild“-Zeitung. Die Dax-Konzerne aber hätten das „trotz großer Versprechen zehn Jahre lang versäumt“. CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sieht eine Quote dagegen weiterhin kritisch. dpa/dapd

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