Politik : Regierungs-Lager verliert in Rom Konservative verteidigen Palermo

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Rom (dpa). Bei den Provinzwahlen in Italien hat das MitteRechts- Lager von Ministerpräsident Silvio Berlusconi in Rom eine klare Niederlage erlitten. Die Linke gewann nach Hochrechnungen in der Provinz Rom im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Allerdings konnte das Berlusconi-Bündnis seine führende Stellung in der Provinz Palermo und in mehreren Kommunen im Süden halten. Politiker aus beiden Lagern beanspruchten den Sieg bei den Provinz- und Kommunalwahlen für sich, bei denen insgesamt ein Viertel der italienischen Wähler zu den Urnen gerufen war.

Kommentatoren sprachen von einer Schlappe für Berlusconi, der seit zwei Jahren regiert und wegen eines Korruptionsprozesses unter Druck steht. „Wir haben klar gewonnen“, sagte der Vorsitzende der Linksdemokraten (DS), Piero Fassino. Mit Blick auf jüngste Angriffe Berlusconis auf die Justiz meinte Fassino: „Die Strategie, das politische Klima aufzuheizen, zahlt sich nicht aus.“ Dagegen sagte ein Sprecher der Rechtspartei Nationale Allianz: „Von Rom abgesehen, ist das Ergebnis gar nicht so schlecht.“ Berlusconi selbst äußerte sich zunächst nicht.

Zwar ist die Wahl stark lokal bestimmt, dennoch gilt sie Stimmungstest für Berlusconi, der auch wegen der schwierigen Wirtschaftslage unter Druck geraten ist. Außerdem hatte er sich im Irak-Krieg, im Gegensatz zur großen Mehrheit der Italiener, hinter die USA gestellt. Berlusconi selbst hatte vor den Wahlen erklärt, die Abstimmung könne nicht als Test für sein Mitte-Rechts-Kabinett angesehen werden.

Insgesamt wurde in 12 Provinzen sowie in fast 500 zumeist kleineren Gemeinden im ganzen Land gewählt.

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