Regierungsbildung : Ex-Rockstar wird Umweltminister in Australien

Knapp eine Woche nach der Parlamentswahl in Australien hat der künftige Premier Rudd sein Kabinett vorgestellt. Umweltminister wird der für sein linkspolitisches Engagement bekannte frühere Midnight-Oil-Sänger Garrett.

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Am Kabinettstisch. Ex-Midnight-Oil-Sänger Peter Garrett (re.) -Foto: dpa

CanberraFünf Tage nach der Parlamentswahl in Australien hat der künftige Premierminister Kevin Rudd seine Minister vorgestellt. In seinem 20-köpfigen Kabinett räumte er dem Umweltschutz, der Bildung und den Arbeitsverhältnissen einen besonderen Stellenwert ein. Mit Peter Garrett, dem früheren Sänger der Rockband Midnight Oil, und der in Malaysia geborenen Penny Wong betraute er gleich zwei Minister mit dem Umweltschutz. Das neue Kabinett soll am Montag vereidigt werden. Unterdessen legte der scheidende Ministerpräsident John Howard auch sein Amt als Chef der Liberalen Partei nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Ex-Verteidigungsminister Brendan Nelson gewählt.

Rudd nannte seine Regierung, zu der vier Frauen zählen, bei der Vorstellung in Canberra "ein Team mit frischen Ideen". Er habe sein Kabinett selbst bestimmt, erklärte Rudd, der bei der Auswahl der Minister wenig Rücksicht auf altgediente Parteigenossen nahm. Erstmals soll mit Julia Gillard eine Frau den Posten der Vize-Regierungschefin übernehmen. Gleichzeitig wird sie für Bildung und die Überarbeitung der heftig kritisierten Arbeitsmarkt-Reformen des scheidenden Premierministers Howard zuständig sein.

Rudd will beide Umweltminister zur Weltklimakonferenz schicken

Der Rockstar Garrett wurde zum Umweltminister berufen. Nach einer Reihe von Patzern im Wahlkampf nahm ihm Rudd jedoch das wichtigste Thema aus diesem Bereich, den Klimawandel, weg und ernannte Wong zur Ministerin für Klimawandel und Wasser. Wong solle die Verhandlungen über einen baldigen Beitritt Australiens zum Kyoto-Protokoll führen, erklärte Rudd. Beide Minister würden ihn im Dezember zur Weltklimakonferenz nach Bali begleiten.

Der künftige Verteidigungsminister Joel Fitzgibbon muss sich auf baldige Verhandlungen mit den USA über den angekündigten Rückzug der australischen Soldaten aus dem Irak einstellen. US-Präsident George W. Bush wolle sich so schnell wie möglich mit der neuen australischen Regierung treffen und über den Abzug beraten, erklärte der US-Botschafter in Canberra im Rundfunk.

Der neue Parteichef der liberalen Oppositionspartei Nelson, der früher der Labour-Partei angehörte, kündigte an, soziale Fragen wieder stärker in den Vordergrund rücken zu wollen. Howards Koalition aus Liberaler und Nationaler Partei war als klare Verliererin aus der Parlamentswahl am Wochenende hervorgegangen. Als seinen Nachfolger hatte sich Howard eigentlich seinen bisherigen Stellvertreter Peter Costello gewünscht, der eine Kandidatur aber ablehnte. (ho/AFP)

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