Regierungschefs : Gratulation der "Lieben Angela"

Nach ihrer Wahl zur ersten deutschen Bundeskanzlerin haben Regierungschefs aus aller Welt CDU-Chefin Angela Merkel gratuliert.

Hamburg - Die Regierungschefs zeigten sich am Dienstag überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit Deutschland wie in den vergangenen Jahren unter Kanzler Gerhard Schröder weitergehen oder sogar noch vertieft werden kann und Deutschland auch künftig eine wichtige Rolle vor allem im europäischen Integrationsprozess übernimmt.

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac erklärte: Paris und Berlin sollten auch weiter eng zusammenarbeiten, «um der Europäischen Union einen neuen Impuls zu geben». Er wisse, dass sich Merkel «in der großen Tradition des Kanzlers Adenauer» beständig für den weiteren europäischen Aufbau und die «beispielhaften» deutsch-französischen Beziehungen einsetze. «Liebe Freundin» setzte er handschriftlich unter die Gratulation.

Eine Beamtin des Weißen Hauses in Washington sagte: «Wir beglückwünschen Angela Merkel (...) und freuen uns auf eine enge Zusammenarbeit mit ihr und der neuen Regierung bei der Stärkung der amerikanisch-deutschen Partnerschaft.» Was ein Treffen von Präsident George W. Bush und Merkel angehe, habe das Weiße Haus im Augenblick nichts bekannt zu geben, «aber wir freuen uns auf eine baldige Begegnung zwischen den beiden Führungspersönlichkeiten».

Der russische Präsident Wladimir Putin, enger persönlicher Freund Schröders, schrieb, er hoffe auf eine Vertiefung der strategischen Beziehungen beider Länder. Er lud Merkel zu einem Antrittsbesuch nach Moskau ein. In russischen Medien hatte Merkels Wahlkampf-Ankündigung, deutlicher auf Defizite bei Demokratie und Menschenrechten in Russland hinzuweisen, für Beachtung gesorgt.

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi schrieb an Merkel: «Dein persönlicher Sieg - die erste Frau an der Spitze Deutschlands zu sein - hat eine historische Bedeutung, auch für all diejenigen in Europa, die das gleiche Erbe an Idealen und Werten teilen, auf die Du Dich berufst.» Er hoffe für die Zukunft auf eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen beiden Regierungen.

Die spanische Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero erklärte, Madrid sei überzeugt, dass Spanien und Deutschland ihre exzellenten Beziehungen fortsetzen. Die Stabilität in Deutschland sei für ganz Europa von fundamentaler Bedeutung.

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker schrieb in einem Brief, in dem er der «Lieben Angela (...) von Herzen gratulierte»: «Ich habe Dich als überzeugte Europäerin kennen gelernt und bin zuversichtlich, dass auch die Europäische Union großen Nutzen aus Deinen Impulsen ziehen wird, die Du der europäischen Integration geben wirst.»

Auch der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel gratulierte herzlich. Er sei «überzeugt, dass es Dir mit der Energie und Dynamik, die Du im Wahlkampf so eindrucksvoll gezeigt hast, auch gelingen wird, die zahlreichen Herausforderungen auf nationaler und europäischer Ebene zu meistern», schrieb er an Merkel.

Der Chef der neogaullistischen französischen Regierungspartei UMP, Innenminister Nicolas Sarkozy, beglückwünschte seine «Freundin» Angela Merkel zur Wahl. Er begrüße «mit besonderer Freude, dass eine Frau mit Charakter und Talent an die Spitze der Regierung der Bundesrepublik Deutschland gerückt ist, die auch eine Freundin ist», erklärte Sarkozy in Paris.

(tso/dpa)

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