Regierungskonferenz : Kein Wettrennen um Arktis-Schätze

Die Arktis schmilzt und gibt damit riesige Bodenschätze frei. Die fünf Anrainerstaaten reiben sich die Hände und hoffen auf Profit. Russland und Norwegen bremsen nun den Goldgräberrausch. Es soll gesittet zugehen, wenn der Ertrag verteilt wird.

Arktis
In 20 Jahren könnten die gewaltigen Eismassen der Arktis im Sommer ganz verschwunden sein. -Foto: ddp

Kopenhagen/Ilulissat Die Arktis-Staaten wollen ein Wettrennen um Gebietsansprüche am Nordpol vermeiden. Das kündigten die Vertreter Russlands und Norwegens zum Auftakt einer Regierungskonferenz am Mittwoch in Ilulissat auf Grönland an. Norwegens Außenminister Jonas Gahr Støre erklärte, dass alle fünf beteiligten Staaten ihre konkurrierenden Territorialansprüche "auf ordentliche und zivilisierte Weise" und auf Grundlage des Völkerrechts klären wollten.

Er bezog sich damit auf zunehmend scharf ausgetragene Konflikte wegen gigantischer Bodenschätze unter dem Nordpolarmeer. Gebietsansprüche rund um den Nordpol erheben neben Norwegen und Russland auch Dänemark, Kanada und die USA. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte vor dem Konferenzbeginn erklärt, auch sein Land werde sich an die noch ausstehenden Entscheidungen der UN-Seerechtskommission halten.

Erdöl- und Erdgasvorkommen wecken Begehrlichkeiten

Seit Mittwoch beraten die fünf Arktis-Anrainerstaaten Russland, USA, Kanada, Norwegen und Dänemark über ihre Gebietsansprüche im Nordpolarmeer. Die allgemeine Klimaerwärmung macht eine rasche Regelung nötig: Unter dem Eis wird rund ein Viertel der weltweit vorhandenden Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet, durch die Gletscherschmelze ließen diese sich bald ausbeuten.

Spätestens seit Russland im vergangenen Jahr seine Fahne in 4000 Metern Tiefe im Meeresboden verankert und damit seine Territorialansprüche angemeldet hat, dringen auch die anderen Anrainer auf eine Lösung. Konkrete Ergebnisse werden von den zweitägigen Beratungen nicht erwartet - Gastgeber Dänemark erhofft sich aber zumindest eine Einigung auf das weitere Vorgehen. (nim/dpa/AFP)

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