Politik : Regime in Syrien schießt weiter

Damaskus - Bei neuen Protesten sind in der nordwestsyrischen Stadt Homs 14 Demonstranten getötet worden. Mindestens 50 weitere Menschen wurden nach Angaben syrischer Aktivisten verletzt, als die Regierung am Sonntag auf den Demonstrationszug schießen ließ. Die Kundgebungsteilnehmer forderten Demokratie und Bürgerrechte. In Syrien gilt seit 1963 der Ausnahmezustand; Folter und Misshandlung in der Haft werden nicht geahndet.

Am Sonntag war auch in anderen Städten des Landes gegen den Polizeistaat demonstriert worden. Offiziell hatte Syrien am Sonntag den 65. Jahrestag der Unabhängigkeit gefeiert. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana erschossen „bewaffnete Kriminelle“ in Talbisa bei Homs am Rande einer Kundgebung einen Polizisten, während weitere elf Beamte dabei verletzt wurden. Auch in früheren Fällen hatten die regimenahen Medien über Gewalt von „Kriminellen“ berichtet, über deren Identität aber nichts bekannt wurde.

Wie die „Washington Post“ unter Berufung auf die Enthüllungsplattform Wikileaks schreibt, haben die USA die syrische Opposition und einen regierungskritischen Fernsehsender mit Geld versorgt. Der in arabischer Sprache sendende Kanal Barada TV ist in London ansässig. Er hatte 2009 mit seinem Programm begonnen. Die Verbindung geht aus Papieren eines US-Diplomaten hervor, die Wikileaks öffentlich machte.

Auch in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind Bewaffnete wieder gegen Proteste Hunderttausender vorgegangen. Ärzteangaben zufolge mussten am Sonntag rund 1000 Menschen wegen Atemproblemen durch Tränengas behandelt werden, 30 Menschen wurden durch Schüsse verletzt. dpa/AFP

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