Politik : Reich mit Guido

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Die tollsten Ideen kommen doch immer zum falschen Zeitpunkt. Ausgerechnet dann, wenn wir hier einen Vorschlag für „Wer wird Millionär“ unterbreiten wollen, muss Günther Jauch in Urlaub fahren. Vielleicht passt ja seine Redaktion auf und sagt’s ihm weiter. Also, wir schlagen die Frage vor: Was ist das untrügliche Zeichen dafür, dass der Wahlkampf begonnen hat? A) Wenn ein Politiker den Gegner nicht mehr ausreden lässt? B) Wenn die Zahl der Hauswurfsendungen Springflut-ähnliche Ausmaße erreicht? C) Wenn bei Sabine Christiansen und Maybrit Illner die Stühle aus dem Studio geräumt werden und nur noch ein oder zwei reden dürfen? D) Wenn der politische Gegner zu Lande, zu Wasser und in der Luft mit jedem noch so weit hergeholten Vorwurf attackiert wird? Wir geben zu: Die Frage ist so schwierig, weil alle Antworten richtig sind.

Beispiele für A)? Jede beliebige Debatte. Beispiele für B)? Finden sich im Briefkasten. C)? Und Sie werden Sie öfter sehen, als Ihnen lieb ist. D)? Grünen-Fraktionschef Rezzo Schlauch wirft der FPD nun in einem Netz-Interview vor, deren Mitglieder hielten das globale Netz „immer noch ausschließlich für den Ort, wo ihre Klientel Finanztransfers durchführt". Dabei kann man unter „fdp.de“ sogar reich werden. Nicht so reich wie bei „Wer wird Millionär“, aber immerhin: Wer Geld für die FDP spendet, kann einen handsignierten 18-Euro-Schein mit Guido Westerwelles Konterfei gewinnen.

Dass der grüne Fraktionschef Schlauch den Guido-Schein nicht mag, ist ja klar. Aber wo bleibt der Euro-Joschka-Schein der Grünen? Unter „Gruene.de“ im Internet wird jedenfalls niemand reich. Wenn das die FDP erfährt!Hans Monath

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