Politik : Reine Interpretation

NAME

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Eine tröstende Volksweisheit für traurige Situationen lautet: „Wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her.“ Und manchmal strömt die Kraft aus einem Felde zu, mit dessen Strahlkraft man gar nicht gerechnet hat.

Wir wollen nicht weiter um den Brei herumreden. Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hat gestern der in Bedrängnis geratenen Bundesregierung eine möglicherweise wahlentscheidende Hilfestellung gegeben. Und das lag nicht daran, dass dessen Vorsitzende Heidemarie Lüth von der PDS kommt und deshalb klammheimliche Symathien für den amtierenden Kanzler hat. Nein, die Fakten sind es, die Rot-Grün helfen. Die Zahl der Eingaben an den Petitionsausschuss ist vom Jahr 2000 auf das Jahr 2001 um glatte 25 Prozent zurückgegangen. Die Deutschen sind also zufriedener geworden, um ein glattes Viertel innerhalb eines einzigen Jahres. Wer hätte das gedacht im Volk der Nörgler und Bedenkenträger! Und wem ist das zu verdanken? Ganz dumme Frage: Natürlich der Bundesregierung, wem denn sonst?

Nun stellt sich die Frage, warum Franz Müntefering, der doch im Zweifelsfall selbst das Blau des Himmels als einen Erfolg von Gerhard Schröder zu verkaufen versucht, das Thema noch nicht selbst entdeckt hat. Psst! Wir wissen die Antwort. Müntefering hat offensichtlich die Pressemitteilung des Bundestages zu Ende gelesen. Da steht nämlich Folgendes: Prozentual kommen die wenigsten Beschwerden aus Bayern und die meisten aus Berlin. Und wer regiert in Bayern, und wer in Berlin? Eben. Aber vielleicht kann Michael Glos ja mit dem Tipp etwas anfangen...Gerd Appenzeller

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar