Religion : Die Wurzel des Glaubens – evangelische Kirche ehrt Luther

Die evangelische Kirche und das Land Sachsen-Anhalt beginnen eine "Lutherdekade". Höhepunkt wird das Reformationsjubiläum 2017 sein.

Berlin - Vor 500 Jahren, im September 1508, kam Martin Luther erstmals nach Wittenberg. Dies nehmen die evangelische Kirche und das Land Sachsen-Anhalt zum Anlass, heute in Wittenberg eine „Lutherdekade“ zu beginnen. Mit zahlreichen Veranstaltungen soll Luthers Bedeutung gewürdigt und das Reformationsjubiläum 2017 vorbereitet werden. Dann jährt sich der Tag, an dem Luther seine Thesen anschlug, zum 500. Mal. Darin sehen weltweit 400 Millionen Protestanten die Wurzel ihres Glaubens.

„Die Erkenntnis der Freiheit aus Glauben ist das zentrale Vermächtnis Martin Luthers“, sagte Bischof Wolfgang Huber, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Gläubige Menschen seien von der Sünde frei gesprochen und könnten „aus dem Teufelskreis von Selbstvorwürfen und Selbstrechtfertigung herausfinden“. Die Lutherdekade soll keine uneingeschränkte Jubelfeier werden. Auch Luthers „schroffe Urteile über den Papst, die Bauern, die Türken und die Juden“ sollen Thema sein.

Vertreter des Lutherischen Weltbundes und der Stadt haben am Samstag in Wittenberg den Grundstein für einen „Luthergarten“ mit 500 Bäumen gelegt. Kirchengemeinden können Patenschaften für die Bäume übernehmen und verpflichten sich, auch in ihrer Heimat einen Baum zu pflanzen. So soll die „weltweite Ausstrahlung der Reformation und die Verbundenheit der christlichen Kirchen“ sichtbar werden. Während der Lutherdekade sind auch Veranstaltungen mit der katholischen Kirche geplant.

Die Kooperation mit der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) hingegen werde sich in Grenzen halten, sagte eine EKD-Sprecherin. Die Freikirche vertritt den Anspruch, „die einzige lutherische Kirche zu sein“ und will in Wittenberg ein großes Lutherzentrum bauen. Man habe sich auf ein friedliches Nebeneinander geeinigt; es sei öffentlich schwer zu vermitteln, dass mehrere evangelische Kirchen um Luthers Erbe konkurrierten. Wittenberg hat 45 000 Einwohner, elf Prozent sind evangelische Christen. clk

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