Religion : Evangelische Kirche muss weiter sparen

Die Evangelische Kirche in Deutschland kann derzeit steigende Steuereinnahmen verbuchen. Die Einnahmen aus den Kirchensteuern wachsen in diesem Jahr um bis zu acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Kirche muss weiter sparen.

Claudia Keller

Dresden - 2006 erhielten die 23 Landeskirchen noch knapp vier Milliarden Euro Steuern. Grund für die gestiegenen Steuereinnahmen sind die gute Konjunktur und der Rückgang der Arbeitslosigkeit. Dennoch müsse man weiter sparen, sagte Klaus Winterhoff, der Vizepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), auf der Synode am Dienstag. Die Kirchensteuereinnahmen seien von 1992 bis 2006 um 13 Prozent gesunken, die Kosten um bis zu 26 Prozent gestiegen. Außerdem beruhe die Entwicklung der Finanzkraft der Kirche wesentlich auf der Entwicklung der Gemeindegliederzahlen. Die Prognosen gehen von einem Rückgang der Mitgliederzahlen bis 2030 um ein Drittel auf dann 17 Millionen aus.

Aus dem Haushalt der EKD werden die bundesweiten Aufgaben der evangelischen Kirche finanziert. Dieser Haushalt soll 2008 um 5,2 Millionen Euro auf 171 Millionen Euro sinken. „Niemand muss bluten“, sagte Thomas Begrich, der Haushaltsexperte des Kirchenamtes. Die gleiche Arbeit könne oft auch mit weniger Geld geleistet werden. Den größten Haushaltsposten macht der Kirchliche Entwicklungsdienst mit 44,6 Millionen Euro aus. Außerdem will die EKD neue Schwerpunkte finanziell fördern, zum Beispiel den 2006 angestoßenen Reformprozess „Kirche der Freiheit im 21. Jahrhundert“ mit 176 000 Euro.

Auch will die EKD in der Lutherstadt Wittenberg mehr Präsenz zeigen. Dort soll für 250 000 Euro ein EKD-Büro eingerichtet werden. Neu geordnet wird die Arbeit des Medienbeauftragten. Die Umstrukturierungen beim Sozialwissenschaftlichen Institut, der Frauen- und Männerarbeit, der evangelischen Studentengemeinde und der Betreuung der Kriegsdienstverweigerer sollen fortgesetzt werden. Claudia Keller

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