Politik : Religion: Papst fordert Respekt vor Islam

Papst Johannes Paul II. hat angesichts der Terrorakte mutmaßlicher Moslemterroristen in den USA vor einer Verurteilung des Islam gewarnt. Er forderte am Montag "Respekt vor dem authentischen Islam". Religiös begründeten Terrorismus erteilte er eine unzweideutige Absage. Dieser mache "Gott zur Geisel". "Hass, Fanatismus und Terrorismus entweihen den Namen Gottes", sagte der Papst am Montagabend bei seinem Besuch im überwiegend moslemischen Kasachstan. Er sprach bei einem Treffen mit Künstlern und Wissenschaftlern in der Hauptstadt Astana. Zum Islam meinte er wörtlich: "Ich möchte den Respekt der katholischen Kirche vor dem Islam bekräftigen, dem authentischen Islam: Dem Islam, der betet, der sich um die Bedürftigen kümmert". Nachdrücklich plädierte Johannes Paul II. in seiner Rede für Gewissens- und Religionsfreiheit. Unabhängig von Rasse, Geschlecht und Nationalität müssten alle Menschen gleiche Rechte haben.

Vor der Gleichsetzung von Islam und Terrorismus hat auch die Deutsche Bischofskonferenz gewarnt. Der Islam dürfe "in keiner Weise unser Feind sein, sondern der internationale Terrorismus", sagte der Vorsitzende Karl Lehmann zu Beginn der Herbst-Vollversammlung der Bischofskonferenz am Montag in Fulda. Eine Hauptaufgabe der Kirchen sei, die Gesellschaft über den Unterschied aufzuklären.

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