Politik : Renate Wallert geht es etwas besser

Ein rasches Ende der Entführung ist indes nicht in Sicht. Unterdessen sind einige der vermissten Journalisten wieder aufgetaucht

Der von muslimischen Rebellen auf den Philippinen festgehaltenen Geisel Renate Wallert soll es besser gehen. Nach Aussage der Ärztin Nelsa Amin seien außerdem Hilfslieferungen der Bundesregierung mit Medikamenten im Lager der Geiseln angekommen, hieß es am Sonntag in Berlin. Zu der Lage der 21 Geiseln sagte das Auswärtige Amt, sie sei weiter unübersichtlich. "Keiner kann bisher sagen, ob und wann sie frei kommen", so eine Sprecherin. Die Geiseln waren am 23. April von Mitgliedern der Abu Sayyaf von der malaysischen Insel Sipadan auf die philippinische Insel Jolo verschleppt worden. Ein von einem Treffen mit den Rebellen zurückgekehrter Reporter sagte, die beiden französischen Geiseln seien wohlauf. Die Entführer gaben am Sonnabend einige ihrer Forderungen bekannt. Die Islamisten kämpfen auf den überwiegend katholischen Philippinen für einen Moslem-Staat.

Über die verschwundenen Reporter gibt es widersprüchliche Meldungen. Nach Informationen der Bundesregierung sind darunter Franzosen und Philippiner, aber keine Deutschen. Nach Agenturberichten sind hingegen acht Journalisten wieder da. Drei von ihnen seien an der Küste gewesen, fünf hätten sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Lager der Abu Sayyaf gemacht. Eine weitere Gruppe werde noch vermisst. Die philippinische Polizei habe von fünf, die Gouverneur von Sulu von vier und die Armee von drei noch verschwundenen Journalisten gesprochen.

Zu den Aussagen der vier Vermittler, die von einem ersten Kontakt mit den Entführern zurückgekehrt sind, bestätigten Regierungskreise in Berlin, dass diese offensichtlich von der Abu Sayyaf akkzeptiert würden. Die Vermittler sind am Sonntag zu Gesprächen mit der philippinischen Regierung nach Manila aufgebrochen. In Berlin hieß es, der Botschafter der Bundesrepublik in Manila würde in diese Gespräche einbezogen. Ob er nur informiert werde oder direkt beteiligt sei, konnte man noch nicht sagen.

"Es kann eine lange Gesprächsrunde werden", sagte der libysche Vermittler Radschab Assaruk am Sonntag. Die Regierungen der Heimatländer der 21 Geiseln sollten nicht mit einer raschen Lösung rechnen, betonte er. Laut Assaruk sollen die Verhandlungen mit den Entführern spätestens am Dienstag fortgesetzt werden. Nach Agenturberichten sprachen sie von "ganz moderaten Forderungen". Aus Vermittlerkreisen verlautete, dass die Rebellen ein Fischereiverbot für Ausländer in der Region um Süd-Mindanao forderten, sowie die Anerkennung einer vor 24 Jahren geschlossenen Autonomie-Vereinbarung für die moslemische Minderheit.

In fast 400 Kilometer Entfernung von Jolo auf der südlichen Insel Mindanao nahmen Moslem-Separatisten nach Militärangaben fast 200 Menschen vorübergehend als Geiseln. Später hätten sie sich aus dem von ihnen besetzten Dorf wieder zurückgezogen. Dies wurde von der MNLF dementiert.

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