Politik : Rente mit 65 – aber dennoch länger arbeiten

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Berlin – Bei der heiklen Frage nach dem Renteneintrittsalter gibt der saarländische Ministerpräsident Peter Müller eine mögliche UnionsLinie vor: „Es macht keinen Sinn, über eine Erhöhung des Rentenzugangsalters von 65 auf 67 Jahre zu reden, wenn das tatsächliche Renteneintrittsalter im Schnitt bei etwa 60 Jahren liegt“, sagte der CDU-Politiker dem „Focus“. Deshalb gehe es eher darum, die Möglichkeiten der Frühverrentung einzuschränken und die Ausbildungszeiten zu verkürzen, sagte Müller, der gelegentlich als Kandidat für das Sozialministerium in einer Unions-Regierung gehandelt wird.

Für eine Volkspartei gehört das Thema Rente zu den schwierigeren Teilen in einem Wahlprogramm. Die Rente mit 67 trifft in Umfragen in der Bevölkerung nicht gerade auf Gegenliebe – auch wenn Wissenschaftler langfristig wegen der steigenden Lebenserwartung eine Anhebung der Regelaltersgrenze fordern. Für die Union dürfte die Formel im Wahlprogramm aber eher „Wir brauchen eine längere Lebensarbeitszeit“ heißen. Das kann auch bedeuten, dass die Abschläge erhöht werden, wenn jemand früher als mit 65 Jahren in Rente geht.

Laut „Focus“ haben sich CDU und CSU bereits auf eine Rentenreform verständigt. Danach soll den Wählern eine stärkere Familienkomponente in der Rente versprochen werden. Im Gespräch sei, Eltern einen monatlichen Zuschuss von 25 Euro pro Kind zum Rentenbeitrag zu gewähren. Außerdem sollten künftig für die Kindererziehung fünf statt drei Jahre bei der Rente angerechnet werden. In Unions-Kreisen wurde dies jedoch nicht bestätigt.

Ende 2003 hatten CDU und CSU auf ihren Parteitagen ähnliche Maßnahmen beschlossen. Allerdings ist die Finanzlage der Rentenkassen so angespannt, dass finanzielle Versprechungen derzeit äußerst schwierig sind. Laut Saar-Chef Müller werden diese Schritte daher nur für Familien erwogen, deren Kinder ab Januar 2006 geboren werden. Was tatsächlich im Wahlprogramm stehen wird, das am 11. Juli von den Präsidien der CDU und der CSU beschlossen wird, entscheiden letztlich die Parteivorsitzenden Angela Merkel und Edmund Stoiber kurz vor dem Termin. Cordula Eubel

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