• Rentengipfel: Gewerkschaften und Verbände kritisieren: "Die junge Generation verliert, Arbeitnehmer zahlen nur drauf"

Politik : Rentengipfel: Gewerkschaften und Verbände kritisieren: "Die junge Generation verliert, Arbeitnehmer zahlen nur drauf"

Gewerkschaften und Sozialverbände haben die Pläne der Regierungskoalition zur Reform des Rentensystems verworfen. Diese Vorstellungen seien einseitig darauf ausgerichtet, den Beitragssatz zur gesetzlichen Alterssicherung möglichst niedrig zu halten, erklärten sie nach einem "alternativen Rentengipfel" am Dienstag in Berlin. An dem Treffen nahmen Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der Industriegewerkschaft Metall, der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG), des Sozialverbandes VdK und des Sozialverbandes Deutschland teil.

Unmittelbar vor dem "Rentengipfel" von Koalition und Opposition bei Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) warnten sie vor einem Ausstieg aus dem solidarischen Rentensystem. Wenn am bisherigen Reformkonzept festgehalten werde, wolle man sich "etwas lautstärker" zu Wort melden, kündigte Heiner Schmidthenner, Vorstandsmitglied der IG-Metall an.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer kritisierte, die Reformpläne seien das Gegenteil von Generationengerechtigkeit. Verlierer sei vor allem die junge Generation. Von der Senkung der Rentenbeiträge auf 22 statt 24 Prozent im Jahr 2030 profitierten allein die Arbeitgeber. "Die Arbeitnehmer zahlen nur drauf", ergänzte sie mit Hinweis auf die geplante private Altersvorsorge in Höhe von vier Prozent des Bruttoeinkommens.

Bei einem Rentenbeitrag von 23 bis 24 Prozent wären die künftigen Beitragszahler nicht überfordert, argumentierte Engelen-Kefer und verwies auf Beitragsentlastungen in der Arbeitslosenversicherung. Zur Weiterentwicklung der Altersicherung empfahl sie den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge, bessere Absicherung von Frauen im Alter sowie Einbeziehung aller Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung.

Als unzumutbar wies Walter Hirrlinger vom Sozialverband VdK die Rentenpläne zurück. Die Mehrheit der Bevölkerung sei nicht in der Lage, die anvisierte private Altersvorsorge zu finanzieren. Lutz Freitag von der DAG rügte, unter einer SPD-geführten Bundesregierung finde eine Demontage des Rentenssystems statt.

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