• Rentenreform: 1,2 Milliarden Mark Überschuss bei Rentenversicherungen erwartet - Hundt fordert zügige Einigung im Streit um die Altersvorsorge

Politik : Rentenreform: 1,2 Milliarden Mark Überschuss bei Rentenversicherungen erwartet - Hundt fordert zügige Einigung im Streit um die Altersvorsorge

Die Rentenversicherungen werden nach Schätzungen in diesem Jahr zusammen einen Überschuss von knapp 1,2 Milliarden Mark erzielen. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), Lutz Freitag, am Mittwoch bei der BfA-Vertreterversammlung in Bremen. Bei aller kontroverser Diskussion um die Rentenreform sei "die aktuelle Finanzentwicklung außerordentlich gut". Das Reformkonzept von Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) "ist ein anderes Alterssicherungssystem", sagte Freitag. Es müsse deshalb vor allem im Hinblick auf die kapitalgedeckte Alterssicherung mit "fraglichen" Renditen noch genauer analysiert werden.

Die gesetzlich vorgeschriebene Schwankungsreserve von einer Monatszahlung dürfte nach Freitags Angaben Ende 2000 auf rund 27 Milliarden Mark ansteigen. Das entspreche etwa 0,97 Monatsausgaben. Für die kommenden Jahre könne mit Beitragssenkungen gerechnet werden. Nach Vorausberechnungen sinke auf Basis der zurzeit aktuellen Pläne der Satz von jetzt 19,3 auf 19,2 Prozent. In den beiden folgenden Jahren könne er weiter auf 18,9 (2002) und auf 18,8 Prozent (2003) reduziert werden.

Nach den Reformplänen sollen laut Freitag der Beitragssatz bis zum Jahr 2020 unter 20 Prozent und bis zum Jahr 2030 bei 22 Prozent gehalten werden. Im Mittelpunkt des Konzeptes stehe schrittweise "eine deutliche Absenkung des Rentenniveaus", die durch Förderung der privaten Vorsorge flankiert werden soll. Für heute 15-Jährige, die 2050 in Rente gehen, werde es "nur noch ein Netto-Standardniveau von rund 54 Prozent geben". Das bedeute nach heutigen Werten für einen Durchschnittsdiener mit 55 000 Mark Jahresgehalt nach 45 Jahren Beitragszahlung eine Rentenminderung von jetzt 2100 auf rund 1500 Mark.

Unterdessen appellierte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt an Regierung und Opposition, sich zügig bei der Rentenreform zu einigen. Die inhaltlichen Unterschiede seien inzwischen so gering, dass bei gutem Willen eine Reform kurzfristig verabschiedet werden könne, sagte Hundt im SWR.

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