Politik : Rentenreform: Engelen-Kefers Trick (Kommentar)

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Das waren starke Worte, die die stellvertretende DGB-Vorsitzende EngelenKefer gegen die geplante Rentenreform fand. Der DGB als einzige Opposition gegen die Pläne von Sozialminister Riester: So sieht das Bild aus, das sich die streitbare Gewerkschafterin ausmalt. Schön gedacht. Doch Engelen-Kefers Oppositionsstrategie ist auch in den eigenen Reihen umstritten. Schließlich räumen auch viele Gewerkschaftschefs ein, dass die gesetzliche Rente eine angemessene Alterssicherung auf Dauer nicht mehr garantieren kann, wenn man die Belastung der Beitragszahler nicht ins Uferlose steigen lassen will. Es gibt zur privaten Zusatzrente keine Alternative. ÖTV-Chef Herbert Mai mahnt die eigenen Leute bereits zur Kompromissbereitschaft. Auch DGB-Chef Schulte zeigt sich gemäßigt. Engelen-Kefer, so scheint es, spricht mehr für sich selbst als für den DGB. Doch auch sie weiß, dass die Gewerkschaften schwerlich eine Totalopposition gegen die rot-grüne Reform machen können. Deswegen verhandelt sie weiter intensiv mit dem Arbeitsministerium - wie man hört in wesentlich freundlicherem Ton. Dort, hinter verschlossenen Türen, spricht vielleicht die wahre Ursula Engelen-Kefer. Ein gutes Zeichen für Walter Riester.

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