Politik : Rentenreform: Was bekommt der Ruheständler?

Martin Gehlen

So mancher Jüngere würde gerne wissen, was er im Alter als gesetzliche Rente erwarten kann. Doch das ist nur schwer in Mark und Pfennig vorauszusagen. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle: Die Arbeitsbiographie des Antragstellers und sein Gehalt, aber auch die generelle Entwicklung der Einkommen und Lebenshaltungskosten. Die maximale gesetzliche Rente beträgt derzeit etwa 3750 Mark. Dieses Geld erhält jedoch nur, wer über 45 Jahre lang Höchstbeiträge an die Versicherungskasse entrichtet hat. Nach unten gibt es keine Grenze. Da Deutschland keine gesetzliche Mindestrente kennt, werden auch einstellige Kleinstbeträge an die Betagten ausgezahlt.

Um überhaupt eine statistische Vergleichbarkeit der Rentensituation verschiedener Jahre und Jahrzehnte zu bekommen, haben die Rentenversicherer den sogenannten "Eckrentner" erfunden. Dessen Netto-Standardrente ist kalkuliert auf der Basis von Beiträgen, die sich - 45 Jahre lang eingezahlt - am durchschnittlichen Netto-Arbeitseinkommen bemessen. Diese theoretische Standardrente, errechnet in Prozent vom durchschnittlichen Nettolohn, bezeichnet dann das sogenannte Rentenniveau. Mit dieser Prozentzahl operiert die Bundesregierung, um die Zukunftsentwicklung nach der Rentenreform zu beschreiben.

Im Moment beläuft sich das Rentenniveau auf knapp 71 Prozent. Das soll auch während der nächsten zehn Jahre so bleiben. Denn nach Riesters Reformplänen ändert sich für die sogenannten "Bestandsrenten" nichts. Ihr Niveau wird bis 2030 auf 68,6 Prozent garantiert. Zu diesen Begünstigten zählen alle, die bereits im Ruhestand sind, sowie alle, die bis 2010 aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Erst im Jahre 2011 beginnt eine schrittweise Absenkung des Rentenniveaus über einen konstanten Ausgleichsfaktor, der sich zwischen 2011 und 2030 um jeweils 0,3 Prozent pro Jahr aufbaut. Den vollen Abschlag von sechs Prozent bekommen dann erstmals die Rentnerjahrgänge ab 2030 zu spüren. Sie erhalten noch 64,5 Prozent des Netto-Rentenniveaus.

Diese Einbußen im Alter ausgleichen soll die neue private Vorsorge. Vom kommenden Jahr an soll jeder 0,5 Prozent seines Bruttolohns in eine private Vorsorge einzahlen. Bis 2008 soll der Betrag auf vier Prozent des Bruttolohns ansteigen.

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