Politik : Rentenreform: "Wir haben nun Generationengerechtigkeit"

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Heute treffen sich die Koalitionsfraktionen und ändern mal wieder die Pläne zur Rentenreform. Ist das jetzt die letzte Änderung?

Wir ändern ja nicht das Konzept. Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie sich Beitragsbelastung und Rentenniveau entwickeln. Dazu suchen wir einen Rechenfaktor, mit dem bei der Rentenanpassung garantiert wird, dass wir 2030 einen Beitrag von 22 Prozent und ein Rentenniveau von 67 Prozent halten können.

Damit werden die jetzigen Rentner stärker belastet als durch die ursprünglichen Pläne?

Ich bin froh, dass auch die Gewerkschaften jetzt bereit sind, für stabile Beiträge einzutreten. Wenn wir dabei ein Rentenniveau von 67 Prozent halten wollen, bedeutet das in der Tat, dass die jetzige Rentnergeneration und die rentennahen Jahrgänge etwas stärker belastet werden als im vorherigen Modell.

Der Sozialverband VdK beklagt, dass die jetzigen Rentner wegen der neuen Formel ab 2011 und der geänderten Rentenanpassung in den Jahren ab 2002 doppelt belastet werden.

Das wundert mich. Auch die Sozialverbände haben bei der Anhörung des Bundestages in der vergangenen Woche gesagt, dass mehr Generationengerechtigkeit angestrebt werden soll. Das machen wir jetzt mit einem neuen linearen Generationen-Faktor, der für alle transparenter ist als die bisherige Regelung. Das ist auch für die jetzige Rentnergeneration tragbar. Ich bin sicher, dass wir mit der jetzt gefundenen Lösung einen breiten gesellschaftlichen Konsens für unser Rentenkonzept bekommen. Die Zustimmung der Gewerkschaften zeigt das bereits.

Bestehen die Grünen darauf, mit den Kürzungen bei der Rentenanpassung schon 2002 zu beginnen?

Ja, das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Die Rentner bekommen eine Rentenerhöhung, trotz der Abschläge. Für uns ist wichtig, vor den Wahlen deutlich zu machen, uns ist es ernst mit der Reform.

Bleibt die Förderung der privaten Altersvorsorge so kompliziert wie bisher geplant?

Vereinfachungen werden wir noch nicht heute im Detail beraten. Aber natürlich geht es darum, die Fördermöglichkeiten so einfach und so breit wie möglich zu gestalten. Die Wahlfreiheit der Bürger muss so groß wie möglich sein. Das gilt übrigens auch für die betriebliche Altersvorsorge. Wer trotz betrieblicher Vereinbarungen eine andere Anlageform wünscht, soll die Wahlfreiheit dazu haben.

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