Reporter-Freilassung : "BamS" zahlt die Geldbuße

Die "Bild am Sonntag" wird die Geldbuße von jeweils rund 35.700 Euro übernehmen, die vom Iran für die Freilassung der beiden Journalisten gefordert wurde.

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Berlin - In der Redaktion der „Bild am Sonntag“ („BamS“) herrscht große Erleichterung über die Freilassung ihrer beiden Reporter, die 133 Tage im Iran inhaftiert waren. „Es war einer der bewegendsten Momente meines Lebens, als ich heute morgen um 5 Uhr meine Kollegen Marcus Hellwig und Jens Koch nach der Landung auf dem Flughafen Tegel in die Arme schließen konnte“, sagte am Sonntag Walter Mayer, Chefredakteur der im Axel- Springer-Verlag erscheinenden Zeitung.

Die beiden Reporter seien bei ihrer Ankunft „überglücklich und zugleich sehr erschöpft“ gewesen. Mayer dankte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und seinen Mitarbeitern. Nun werde die Redaktion „alles tun“, um die beiden Journalisten bei der Rückkehr in ihren Beruf und einen normalen Alltag zu unterstützen. Auch werde die Zeitung die Geldbuße von jeweils rund 35 700 Euro übernehmen, die vom Iran für die Freilassung der Journalisten gefordert wurde.

Die beiden Reporter waren am 10. Oktober 2010 in der iranischen Provinzhauptstadt Täbris bei dem Versuch verhaftet worden, den Sohn und Anwalt von Sakineh Mohammadi-Aschtiani zu interviewen, die wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt worden war. Die Reise sei abgesprochen und genehmigt gewesen, hieß es aus der „BamS“-Redaktion. Die Zeitung stehe hinter Hellwig und Koch. Ob die beiden Reporter zunächst ein Journalistenvisum beantragten, das dann abgelehnt wurde, und anschließend mit einem Touristenvisum einreisten, dazu wollte sich die „BamS“ nicht weiter äußern.

Im Magazin „Spiegel“ berichtete Hellwigs Schwester Miriam Lobinsky, dass ihr Bruder ihr beim Treffen zu Weihnachten in Täbris gesagt habe, dass er „dringend mal wieder eine gute Geschichte“ gebraucht und den Fall Aschtiani als Chance für eine spektakuläre Story gesehen habe. Auf die Journalisten sei kein Druck ausgeübt worden, hieß es aus der „BamS“. Die beiden Reporter standen für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung. Die „BamS“ berichtete in ihrer Sonntagsausgabe über die Rückkehr. Immer wieder hatte der Springer-Verlag mit seinen Blättern zur Freilassung von Hellwig und Koch aufgefordert. Sonja Pohlmann

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