Rheinland-Pfalz : Mutmaßlicher Al-Qaida-Helfer festgenommen

Im rheinland-pfälzischen Montabaur ist am vergangenen Sonntag erneut ein mutmaßlicher Al-Qaida-Terrorhelfer festgenommen worden.

Erneut wurde ein mutmaßlicher Al-Qaida-Helfer festgenommen.
Erneut wurde ein mutmaßlicher Al-Qaida-Helfer festgenommen.Foto: dpa

Die Bundesanwaltschaft wirft dem 24-jährigen Syrer Hussam S. vor, seit September 2007 im Internet und Blogs um Mitglieder oder Unterstützer für verschiedene Terror-Vereinigungen geworben zu haben. Seit Februar 2009 soll er auch als Administrator eines deutschsprachigen Internetforums eine Plattform geschaffen haben, auf der Audio-, Video- und Textbotschaften islamistischer Terror-Vereinigungen veröffentlicht werden. Ziel sei es gewesen, Mitglieder und Unterstützer für den Dschihad („Heiligen Krieg“) zu rekrutieren, teilte die Karlsruher Behörde am Mittwoch mit.

Insgesamt soll der Mann in etwa 100 Fällen Propagandamaterial ins Internet gestellt haben, etwa auf den Seiten der deutschsprachigen Globalen Islamischen Medienfront (GIMF). Letztere hatte 2007 Aufmerksamkeit mit Drohvideos erregt, in denen Deutschland und Österreich zum Abzug ihrer Soldaten aus Afghanistan aufgefordert wurden.

Der nun verhaftete Syrer soll für Al-Qaida und andere Organisationen geworben haben. Weitere Einzelheiten zu dem Beschuldigten nannte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch nicht.

Das islamistische Terrornetzwerk Al-Qaida wurde Mitte oder Ende der 1980er Jahre von Osama bin Laden gegründet und lebt nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes heute weitgehend von Spenden ihrer weltweit verstreuten Anhänger. Es hatte sich zu den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington bekannt. Auch gegen Deutschland gab es Drohvideos: So hatte das Terrornetzwerk mit einem „bösen Erwachen“ nach der Bundestagswahl gedroht, wenn die deutschen Soldaten nicht aus Afghanistan abgezogen werden.

In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren wiederholt mutmaßliche Unterstützter und Mitglieder festgenommen und vor Gericht gestellt, weil sie Geld und Material für Al-Qaida beschafft haben oder für die Terrororganisation Helfer oder Kämpfer angeworben haben sollen.

So war im hessischen Offenbach im vergangenen Oktober ein 24 Jahre alter Deutsch-Türke festgenommen worden, der Helfer angeworben und ebenfalls islamistische Internet-Propaganda betrieben haben soll.

Außerdem wurde neben einer explosiven Substanz elektronisches Gerät bei ihm gefunden, das nach einer ersten Einschätzung der Ermittler als Zünder für Sprengladungen hätte dienen können. Und in Koblenz wird derzeit zwei 32 Jahre alten Al-Qaida-Helfern der Prozess gemacht, die Geld und Kampfgerät für die Terror-Organisation beschafft haben sollen.

Einige Helfer sollen auch selbst in Terrorcamps gewesen sein - einige wollen offenbar wieder zurück. Nach Medienberichten wollen an die 40 deutsche Islamisten aus der pakistanischen Krisenregion Waziristan weg und sich den Behörden stellen. Die Geheimdienste hätten aus E-Mails, Internet-Chats und abgehörten Telefonaten geschlossen, dass sich zunehmend Angst und Resignation unter den Kämpfern breitmache, berichteten kürzlich die Magazine „Spiegel“ und „Focus“.

Im Jemen hat unterdessen am Mittwoch ein Staatssicherheitsgericht zwei Al-Qaida-Terroristen zum Tode verurteilt. Die beiden Männer sollen elf Soldaten und Polizisten getötet haben. (dpa)

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