Politik : Riester: Rente statt Neuwagen

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Berlin - Nach dem Wirbel um den von Finanzminister Peer Steinbrück angeregten Urlaubsverzicht verursacht ein neuer Sparvorschlag eines SPD-Politikers Empörung. Der frühere Bundesarbeitsminister Walter Riester empfahl den Deutschen in der „Westdeutschen Zeitung“, sie sollten mit Blick auf die Altersvorsorge auf ein neues Auto verzichten. Damit zog sich der SPD-Bundestagsabgeordnete heftige Kritik aus den eigenen Reihen zu. Der industriepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Garrelt Duin, nannte den Vorschlag „unerträglich“.

„Nachdem die umstrittenen Äußerungen des Finanzministers zum Thema Urlaub kaum verklungen sind, meint der Herr Ex-Minister wohl noch schlauere Vorschläge machen zu müssen“, kritisierte Duin. Riester nahm Steinbrück dagegen in Schutz: „Der Finanzminister hat doch nur eine Binsenweisheit gesagt. Ich kann über die empörten Reaktionen nur mit dem Kopf schütteln“, sagte er. Duin riet dem ehemaligen Arbeitsminister, sein Auto zu verkaufen und zu Fuß zu gehen. „Das macht den Kopf frei.“

„Die Deutschen haben zwar eine hohe Sparquote, geben aber das Geld für andere Dinge, etwa ein neues Auto, aus. Das sollte sich ändern, wenn sie sich im Alter noch etwas leisten wollen“, sagte Riester. Der Vorschlag sei nicht nur „sozialpolitisch Unfug, er ist auch noch wirtschafts- und umweltpolitisch absurd“, kritisierte Duin. Zum einen habe Deutschland mit einem Durchschnittsalter von acht Jahren den ältesten Fuhrpark in Europa. Heutige Fahrzeuge seien in der Regel sparsamer und oftmals sauberer als ihre Vorgängermodelle. „Zum anderen dürfen die Beschäftigten in der Automobilindustrie von einem ehemaligen IG-Metall-Sekretär erwarten, dass er nicht gegen ihre Interessen spricht“, so Duin. AFP/ddp

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