Politik : Rinderwahn: 100. BSE-Fall aus Bayern

Neun Monate nach Bekanntwerden des ersten BSE-Falles in Deutschland hat sich die Zahl der bestätigten Fälle auf 101 erhöht. Am Mittwoch gab das bayerische Verbraucherschutzministerium den 100. und 101. Fall von Rinderwahn bekannt. Mit 49 kranken Kühen kommt fast die Hälfte aller BSE-Fälle aus dem Freistaat. Die beiden kranken bayerischen Kühe sind jeweils fünf Jahre alt. Die betroffenen Bestände wurden gesperrt.

Zum Thema Online Spezial: BSE Am 26. November des vergangenen Jahres wurde bei einer 1996 in Hörsten in Schleswig-Holstein geborenen Kuh die erste BSE-Erkrankung einer aus Deutschland stammenden Kuh zweifelsfrei nachgewiesen. Sie war zuvor in einem BSE-Schnelltest positiv getestet worden. In den Wochen danach kamen die BSE-Meldungen dann fast ausschließlich aus Bayern. Mittlerweile ist Thüringen neben den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremens das einzige Bundesland ohne bestätigten BSE-Fall.

Nach dem BSE-Schock hatte die Bundesregierung den Schutz gegen BSE drastisch erhöht. Die Verfütterung von Tiermehl auch an Schweine und Hühner wurde komplett verboten. Schon seit 1994 durfte das Kadavermehl, über das die Rinderseuche vermutlich übertragen wird, nicht mehr an Wiederkäuer verfüttert werden. Rinder müssen ab einem Alter von 24 Monaten auf BSE getestet werden. Risikomaterial wie Hirn und Rückenmark wird entfernt und vernichtet.

Neun Monate nach dem ersten registriertem BSE-Fall ist die Panik um das Rindfleisch in deutschen Haushalten verflogen. Die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle in Bonn geht davon aus, dass sich der Absatz bald den Zahlen aus BSE-freien Zeiten annähert. Im Juni lag er zwanzig Prozent unter dem Vorjahreszeitraum, während die Fleischer im Januar noch ein Minus von siebzig Prozent registriert hatten. An dieser Rückkehr zur Normalität dürfte auch der hundertste BSE-Fall in Deutschland kaum etwas ändern. Doch in der Forschung gibt es immer noch viele offene Fragen zu den Ursachen des Rinderwahnsinns und seinen Folgen für die Menschen.

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