Politik : Risse im Bündnis der Rechten

Frank Jansen

Berlin - Im bundesweiten Bündnis zwischen NPD und DVU gibt es einen ersten Riss. Nach Informationen des Tagesspiegel hat der Vorsitzende der Berliner DVU, Dietmar Tönhardt, kürzlich die Partei verlassen und die Aufnahme in die NPD beantragt. In der NPD hieß es, Tönhardt werden demnächst als Mitglied eingetragen. Sicherheitsexperten werten Tönhardts Wechsel als Schlag gegen den „Deutschland-Pakt“, den die beiden rechtsextremistischen Parteien Anfang 2005 geschlossen haben. NPD und DVU verständigten sich damals auf mehrjährige Absprachen für Landtags-, Bundestags- und Europawahlen. Tönhardts Übertritt sei auch ein weiterer Beleg für das Siechtum der DVU, hieß es in Sicherheitskreisen. Es zeige sich immer deutlicher, dass die NPD von dem Pakt weit mehr profitiere als die DVU. Während die Mitgliederzahl der NPD auf über 7000 angestiegen sei, setze sich der Abwärtstrend bei der DVU (2006: 8500 Mitglieder) fort. Experten erwarten, dass die NPD in diesem Jahr die DVU einholt.

Um die Partei zu stabilisieren, beschloss der DVU-Bundesvorstand unter Gerhard Frey im August die Zusammenlegung der Landesverbände Berlin und Brandenburg. In Brandenburg sitzt die DVU mit sechs Abgeordneten im Landtag. Es ist der einzige, in dem die Partei noch vertreten ist. In Bremen verlor die DVU im Juli ihren langjährigen Abgeordneten in der Bürgerschaft, Siegfried Tittmann. Obwohl er bei Wahlen im Mai wieder ins Landesparlament einziehen konnte, wurde Tittmann von DVU- Chef Frey gedrängt, jüngeren Leuten Platz zu machen. Der enttäuschte Abgeordnete verließ die DVU, behielt aber sein Mandat. Frank Jansen

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