Politik : Rivalen in Hamburgs SPD mobilisieren ihre Anhänger

Dieter Hanisch

Hamburg - Hamburgs SPD befindet sich im Wahlkampf – doch in den nächsten Wochen wird erst einmal ausschließlich in den eigenen Reihen gekämpft. Denn am 25. Februar erfolgt eine Mitgliederbefragung in Sachen Spitzenkandidatur für die Bürgerschaftswahl 2008. Landeschef Mathias Petersen und seine Stellvertreterin Dorothee Stapelfeldt buhlen um die Gunst der Sozialdemokraten mit dem Ziel, Bürgermeister Ole von Beust (CDU) im Frühjahr nächsten Jahres aus dem Amt des Regierungschefs zu verdrängen.

In der Landesvorstandssitzung der SPD fällt am heutigen Montag eine endgültige Entscheidung, ob es eine Urwahl mit Urnen in den Wahlkreisen und -distrikten geben wird oder ob alle Mitglieder per Briefwahl um ein Votum gebeten werden. Der angeschlagene Landesvorsitzende Petersen unterlag kürzlich in dieser Frage beim Treffen des geschäftsführenden Landesvorstandes. Er plädierte für eine Briefwahl, bei drei gegen sechs Stimmen fiel dieser Vorschlag aber durch.

Die SPD in Hamburg scheint in zwei Lager gespalten zu sein, die Stimmung ist explosiv. Genauso wie Petersen fängt jetzt auch Stapelfeldt an, ihre Fürsprecher um sich zu scharen. Für den bei der Mehrzahl der Kreisverbandsvorsitzenden unbeliebten Arzt aus Altona wurde eigens eine Unterstützer-Homepage eingerichtet. Stapelfeldt setzt auf ihre gute Vernetzung in den Parteigremien und auf den Frauen-Bonus.

Beim Neujahrsempfang der SPD-Bürgerschaftsfraktion mit 1000 Gästen am Sonntag im Rathaus konnte auch der SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck dem Thema nicht ausweichen. Diplomatisch verkündete er: „Bei uns Sozialdemokraten, da ist mehr, was uns verbindet denn was uns in Einzelfragen trennen mag.“ Er fügte hinzu: „Hamburg ist nicht Bayern“, und alle verstanden die Anspielung. Zuvor hatte er Altkanzler Helmut Schmidt besucht. Beide dürften nicht glücklich darüber sein, welches Schauspiel die Genossen derzeit in Hamburg aufführen. So appellierte denn auch der Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion Michael Neumann: „Die Menschen erwarten von uns, dass wir nicht den Gegner in den eigenen Reihen suchen.“

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