Politik : Roberto for President

Markus Feldenkirchen

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Es gebietet der Respekt vor dem hohen Amt, keine unseriösen Spekulationen über die Nachfolge von Johannes Rau zu verbreiten. Wir beschränken uns also auf seriöse Vorschläge. Es ist ja leider so, dass man diese Frage langsam stellen muss, da sich die bürgerlichen Parteien eine Mehrheit in der Bundesversammlung erkämpft haben und nun nach einem eigenen Kandidaten fahnden.

Bisher ohne Erfolg. Noch gibt es keine Teilnehmer der unionsinternen Quizshow „Deutschland sucht den Superpräsident". Es lohnt sich also auch in dieser Frage ein Blick ins befreundete Ausland, konkret nach Tschechien. Dort hatte sich eine Künstlerinitiative mitten im Präsidentenfindungsprozess der alten Prager Volksweisheit besonnen: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“. Und so war der böhmische Knödel Karel Gott auf einmal als Nachfolger von Vaclav Havel im Gespräch. Was bei echten Gesangsliebhabern der tschechischen Hauptstadt die Neigung zu weiteren Fensterstürzen nähren mag, ist in Wahrheit ein konstruktives Beispiel. Bei der Suche nach stattlichen Staatsoberhäuptern empfiehlt sich auch bei uns, den Suchbezirk um ein schillerndes Millieu zu erweitern: das Schlagergewerbe. Nachdem Roy Black und Rex Gildo als Kandidaten nicht mehr in Frage kommen, wäre das Feld der Spitzenaspiranten sogar äußerst übersichtlich. Man denkt an Roberto Blanco, den Vorzeigebayern der CSU. Oder eben Hansi Hinterseer. Johannes Rau hätte sicher nichts gegen einen solchen Nachfolger. Hat er doch selbst einmal gesagt, dass „Musik kein unnützes Geräusch ist, sondern die einzige Sprache, die ohne Übersetzung international ist, die darum die einzige Sprache der Völkerverständigung ist“.

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