Politik : Rock my Wahlkreis

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Worüber spricht man als frisch gebackener CDU-Abgeordneter des Deutschen Bundestages nur mit Chris de Burgh? Verwickelt man den Softrocker etwa in eine spannende Debatte über die Reform der landwirtschaftlichen Krankenkasse (LAK)? Bittet man den irischen Schnulzensänger, bei seinem nächsten Konzert ein Wort für die Stilllegung alter Fettschmelzen in der EU einzulegen? Erkundigt man sich bei dem Popstar („Lady in Red“), ob ihm die geringe Eigenkapitalquote des deutschen Mittelstands ebenfalls den Schlaf raubt? Drängende Themen gibt es jedenfalls genug, wenn der gerade 32-jährige baden-württembergische Parlamentarier Christian von Stetten als ersten Besucher in seinem Büro an diesem Montag Chris de Burgh empfängt. Man tut dem Politiker kein Unrecht, wenn man davon ausgeht, dass der politische Gehalt des Treffens eher gering ausfallen wird. Aber als Konzertveranstalter und „führender Komplettdienstleister für die Kultur- und Freizeitindustrie in der Region Heilbronn-Franken“ (Eigenwerbung) hat von Stetten gute Kontakte und weiß, wie man Events organisiert. Der neue Parlamentarier hat seinen Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe mit 47 Prozent direkt gewonnen und ist damit Nachfolger seines Vaters Wolfgang von Stetten. Der gab sich während seiner drei Legislaturperioden im Bundestag stets Mühe, beim politischen Gegner seinen Ruf als gusseiserner Konservativer zu festigen. Und welchen Ruf hat sich Sohn Christian mit seiner ersten Berliner Pressemitteilung erarbeitet? Als „führender Komplettdienstleister für politische Eigenwerbung“ braucht Christian von Stetten im Moment jedenfalls nur wenige Konkurrenten zu fürchten. Hans Monath

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