Politik : Röstel: Ein Alleingang ist nicht möglich

BERLIN/BONN (F.St.).Grünen-Bundesvorstandssprecherin Gunda Röstel hat an die eigene Partei appelliert, den Kurs von Außenminister Fischer im Kosovo-Krieg zu unterstützen."Die deutsche Außenpolitik bleibt eingebunden und kann sich keinen Alleingang leisten, egal wie ein grüner Parteitag entscheidet", sagte sie am Donnerstag dem Tagesspiegel.Trotz "berechtigter Fragezeichen" an den NATO-Einsätzen geht Röstel davon aus, daß es auf dem Sonderparteitag am 13.Mai keine Mehrheit für einen Stopp der Militärintervention gibt.Dagegen meinte Co-Sprecherin Radcke mit Blick auf den NATO-Angriff auf einen Flüchtlingskonvoi: "Je länger dieser Krieg dauert und je häufiger auch zivile Ziele dabei sind, desto schwieriger wird es, eine Legitimation für die NATO-Intervention zu vermitteln." Die innerparteiliche Kritik werde nach diesem Zwischenfall noch zunehmen, sagte Radcke einer Deutschen Presseagentur.

Nach Angaben Röstels gibt es bei den Grünen eine große Zustimmung für Fischers Friedensplan.Der Plan habe das "Fenster einen Spalt breit geöffnet".Röstel gab sich überzeugt, daß die Grünen trotz ihrer inneren Zerrissenheit der Verantwortung als Regierungspartei gewachsen sind.Es wäre ein bitteres Signal, wenn sie sich vom Kurs abwendeten.Das hieße auch, den Völkermord zu akzeptieren.Bundesgeschäftsführer Bütikofer hatte die Grünen am Vortag aufgefordert, ihre ablehnende Haltung zu Kampfeinsätzen zu überprüfen.

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