Roland-Berger-Preis : Helmut Kohl bekommt eine Million Euro

Am 3. April wird Altkanzler Kohl 80 Jahre alt. Knapp einen Monat später erhält er den Preis der Roland-Berger-Stiftung. Ein Geburtstagsgeschenk sei die hoch dotierte Auszeichnung jedoch nicht, betont der namensgebende Unternehmensberater.

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Altbundeskanzler Helmut Kohl -Foto: dpa

Berlin - Helmut Kohl erhält den „Roland-Berger-Preis für Menschenwürde 2010“. Der Altbundeskanzler habe sich um die Würde des Menschen, die Freiheit und um die Menschenrechte verdient gemacht, sagte Unternehmens- und Politikberater Roland Berger zur Begründung am Donnerstag in Berlin. Berger nannte Kohl einen herausragenden Staatsmann, mit Weitsicht und Durchsetzungskraft.

Roland Berger gründete die nach ihm benannte Stiftung im März 2008 mit einem Stiftungskapital von 50 Millionen Euro aus seinem persönlichen Vermögen. Der von der Stiftung jährlich vergebene Preis ist mit einer Million Euro datiert.

Über die Vergabe entscheidet ein Komitee, dem auch der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, die Nobelpreisträger Shirin Ebadi und Muhammad Yunus, die Schauspielerin Maria Furtwängler, der frühere Chef des Bundespräsidialamtes Gert Haller sowie der ehemalige Außenminister Joschka Fischer (Grüne) angehören. Das Komitee vergab die Auszeichnung an Kohl „für sein historisches politisches Lebenswerk, das in der Vertiefung der europäischen Integration und in der Wiedervereinigung Deutschlands sowie dessen Eingliederung in das vereinigte Europa und das westliche Bündnissystem seinen Höhepunkt gefunden hat“.

Frühere Preisträger waren die Kambodschanerin Somaly Mam, die sich gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern und Frauen in Asien engagiert, sowie die Organisation Reporter ohne Grenzen und die iranische Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi. Es sei im Komitee durchaus diskutiert worden, ob es dem Stiftungszweck entspreche, den Preis an einen Amtsträger zu vergeben, statt wie bisher an Organisationen oder Menschen, die sich persönlich für die Menschenrechte einsetzen. Doch man sei sich schnell einig geworden, sagte Berger. Die Entscheidung für Kohl sei einstimmig gefallen.

Bundespräsident Horst Köhler wird die Auszeichnung am 26. April in Berlin an Helmut Kohl überreichen. Kohl habe „den festen Willen, an diesem Abend in Berlin zu sein und den Preis persönlich entgegenzunehmen“, sagte Berger. Sein persönlicher Eindruck sei, dass der Altkanzler „gesundheitlich stabil“ und „auf dem Weg der langsamen, aber doch kontinuierlichen Besserung“ sei. Kohl wird am 3. April 80 Jahre alt. Der Preis sei aber kein Geburtstagsgeschenk, sondern die Anerkennung einer großen staatsmännischen Leistung, sagte Berger. Kohl werde das Preisgeld stiftungsgemäß zur Förderung von Menschenwürde und Menschenrechten einsetzen. Wofür genau, werde Kohl bei der Verleihung verkünden. 

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