Politik : Roland Claus: "PDS-Texte machen keine Lust auf Veränderung"

Die PDS hat nach Ansicht ihres Bundestagsfraktionsvorsitzenden Roland Claus ein "avantgardistisches Politikverständnis". "Mancher Text von uns ist nicht geeignet, den Menschen Lust auf politische Veränderung zu machen und für sozialistische Positionen zu werben", sagte Claus der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe).

"Von diesem avantgardistischen Politikverständnis müssen wir uns verabschieden." Die Linke dürfe nicht mit dem von ihr bekannten Hochmut Sorgen und Ängste in Bezug auf die PDS abqualifizieren. "Wir müssen diese Dinge ernst nehmen", forderte der Fraktionschef.

Claus beklagte, dass die PDS und SPD zu spät Lösungen für Zukunftsprobleme angeboten habe. "Die Linke hat in einigen Zukunftsfragen das Problem, dass sie den Konservativen hinterher hinkt", sagte der PDS-Politiker. Auf das Rentenproblem etwa habe zuerst Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) aufmerksam gemacht. "Bis von der Linken eine Antwort kam, ist sehr viel Zeit vergangen", bemängelte Claus.

Am Montag hatte Claus angekündigt, dass die PDS nun auch mit der CDU punktuell zusammenarbeiten wolle. Wenn die CDU Anträge der PDS trotz inhaltlicher Übereinstimmung weiterhin ablehne, werde es der Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zu leicht gemacht, sagte Claus. Die derzeitige Haltung der CDU entspreche nicht einem modernen konservativen Denken. Die "Opposition von rechts und von links" könnten sich ergänzen.

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