Politik : Rollenwechsel

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Die breite Brust des Siegers stellt Christian Wulff nicht zur Schau – er wirkt gelassen wie einer, der zuvor lange einstecken musste: Zwölf Jahre lang, seit die Niedersachsen 1990 die CDURegierung von Ernst Albrecht abwählten, verloren die Christdemokraten dort die Landtagswahlen gegen Gerhard Schröder. Jetzt haben sie haushoch gewonnen, nicht zuletzt wegen Schröder. Wulff, ewiger Zweiter, hat am 2. Februar die absolute Mehrheit um nur einem Sitz verfehlt. Er bleibt auf dem Teppich. Dass er Lust auf eine große Rolle in der Bundespolitik habe, hat er erst einmal ziemlich klar dementiert. Sie wird ihm über den Bundesrat sowieso zufallen. Und aus dem Wunsch seiner Frau, er möge mit der neunjährigen Tochter doch nicht immer über Politik reden („Vor kurzem hat sie uns bei einem Gespräch über die Eigenheimzulage erwischt“), dürfte so schnell nichts werden. ade

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