Politik : Rom bereit zur Führung der UN-Truppe

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Rom - Italien ist grundsätzlich bereit, die Führung einer UN-Truppe im Südlibanon zu übernehmen, wenn sich die europäischen Partner an dem Einsatz beteiligen. „Ich verstehe, dass wir alle unsere Probleme haben, aber wir müssen einig vorgehen“, wurde Ministerpräsident Romano Prodi am Montag in der Zeitung „Corriere della Sera“ zitiert. Prodi warb am Wochenende bei Deutschen, Franzosen und Türken um die Zusicherung, dass Italien mit seinem Engagement nicht alleingelassen werde. Die italienische Opposition warnte davor, bei dem geplanten Libanonengagement könne es sich um ein Kamikaze- Unternehmen handeln.

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hatte Italien am Sonntag gebeten, die Führung der geplanten 15 000 Mann starken internationalen Truppe zu übernehmen. Die italienische Regierung hat zugesagt, 3000 Soldaten in die Krisenregion zu entsenden. Kommandiert würden die Truppen vermutlich vom Flugzeug- und Hubschrauberträger „Giuseppe Garibaldi“ aus, der zusammen mit weiteren Kriegsschiffen vor der libanesischen Küste stationiert würde.

Bereits zwischen September 1982 und März 1984 hatte sich Italien mit durchschnittlich 2300 Mann und mehr als 300 Fahrzeugen an einer Friedenstruppe im Libanon beteiligt – zusammen mit amerikanischen, britischen und französischen Soldaten. 75 Italiener wurden dabei verletzt, einer getötet. Der Einsatz damals, gekennzeichnet von schwersten Bombenanschlägen gegen Amerikaner und Briten, endete im Chaos. Einzig die Italiener, die sich weniger als Soldaten denn als humanitäre Helfer an den Einwohnern Beiruts betätigten, blieben bei allen Parteien im Libanon wohlgelitten.

Insgesamt befinden sich derzeit 9000 Italiener in Auslandseinsätzen: 7400 im Auftrag von Nato, UN oder EU zum Beispiel auf dem Balkan; 1600 unterstützen die US-Truppen im Irak. pak

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