Rote Moschee : Regierung fordert 800 Leichensäcke an

Bei der Erstürmung der Roten Moschee in Islamabad hat es offenbar weitaus mehr Tote gegeben als bislang berichtet. Über den Tod des Islamisten-Führers Abdul Rashid Ghazi gibt es ebenfalls widersprüchliche Angaben.

Nach einwöchiger Belagerung haben pakistanische Sicherheitskräfte die Rote Moschee in Islamabad gestürmt und Dutzende der dort verschanzten militanten Islamisten getötet. Unter den Toten ist deren Anführer, der Hassprediger Abdul Rashid Ghazi. Die genaue Zahl der Toten durch die "Operation Stille" stand am Abend noch nicht fest. Nach unbestätigten Angaben starben mindestens 150 Menschen, darüber hinaus wurde von den Medien eine weit höhere Zahl von Opfern befürchtet, da die Regierung nach Angaben der Rettungsdienste am Abend rund 800 Leichensäcke anforderte. Am späten Abend lieferten sich Spezialeinheiten darüber hinaus weiter Kämpfe mit schwer bewaffneten Extremisten. Präsident Pervez Musharraf bezeichnete den Angriff als unvermeidbar.

Die Umstände des Todes von Ghazi, der als eine Symbolfigur der Radikalen galt, bleiben zunächst im Dunkeln. Nach unbestätigten Medienberichten soll der 1964 geborene Ghazi während der Gefechte zunächst von einer Kugel ins Bein getroffen worden sein. Nach einer Version soll er es auch danach noch abgelehnt haben, aufzugeben; nach einer anderen soll er von den Kugeln seiner eigenen Kämpfer getroffen worden sein, als er sich habe ergeben wollen. In seinem letzten Interview kurz nach Beginn des Militäreinsatzes hatte er erklärt: "Wir wurden aufgefordert, uns zu unterwerfen, aber wir haben es abgelehnt. Wir werden sterben, aber das Volk wird Rache nehmen an den Machthabern." (mit dpa)

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