Politik : Rotes Kreuz: "Die Gelder kommen nicht an"

Schwere Vorwürfe gegen das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat nach einem Bericht des ZDF der Bundesrechnungshof erhoben. Laut ZDF-Magazin "Wiso" halten die Revisoren dem Roten Kreuz vor, dass von den Paket- und Gesundheitshilfen für deutsche Minderheiten in Russland, Kasachstan und in der Ukraine mehr als die Hälfte des Geldes nicht bei den Betroffenen ankomme.

DRK-Sprecherin Susanne Anger wies den Vorwurf möglicher Unregelmäßigkeiten nach Angaben des Senders vom Sonntag zurück. Die Darstellung des Rechnungshofes sei in vielen Punkten sachlich nicht richtig, Zusammenhänge würden nicht korrekt erfasst. So könne das DRK beispielsweise Medikamente nicht zum Einkaufspreis abgeben, weil der Gesamtaufwand wie etwa die Übersetzung der Rezepte und die Zusammenstellung der Arzneimittel berücksichtigt werden müsse.

Der FDP-Haushaltsexperte im Bundestag, Jürgen Koppelin, wird von "Wiso" mit den Worten zitiert: "Das Deutsche Rote Kreuz muss sich fragen lassen, ob es zu viel Geld für die Verwaltung abkassiert. Wir müssen notfalls auch nach anderen Trägern suchen."

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