Politik : Rotes Kreuz kennt Fälle von Koran-Schändung

Jan Dirk Herbermann

Genf - Das Rote Kreuz hat Schändungen des Korans durch amerikanische Sicherheitskräfte in Gefangenenlagern bestätigt. „Ja, wir haben solche Fälle mitgeteilt bekommen“, sagte Vincent Lusser, Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), dem Tagesspiegel am Donnerstag in Genf. „Verhöhnung religiöser Symbole und Schriften ist für viele Gefangene besonders schlimm“, erklärte er. Die Berichte stammten von Gefangenen in US-Lagern wie Guantanamo, wo mutmaßliche Terroristen festgehalten werden. Es handele sich um den Zeitraum 2001 bis 2003. „Wir informierten die US-Behörden umgehend über die Missstände und glauben, dass die Amerikaner Korrekturmaßnahmen ergriffen haben“, sagte Lusser. Das Rote Kreuz könne keine Details nennen. Lusser betonte, er könne auch nicht den umstrittenen Bericht des Nachrichtenmagazins „Newsweek“ kommentieren. Das IKRK wird durch die Genfer Konventionen ermächtigt, Lager mit Kriegsgefangenen zu besuchen. Die IKRK-Delegierten sollen überprüfen, ob die Gefangenen menschlich behandelt werden. Dabei vergewissern sich die Inspekteure auch, dass die Religionsfreiheit in den Lagern beachtet wird.

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