• Rotes Kreuz und Roter Halbmond: "In einer globalisierten Welt kann man keine Grenzen schließen"

Rotes Kreuz und Roter Halbmond : "In einer globalisierten Welt kann man keine Grenzen schließen"

Mauer zu? Menschen, die um ihr Leben fliehen, finden immer einen Weg, sagte IFRC-Generalsekretär Elhadj As Sy bei einem Deutschlandbesuch in Potsdam.

Angie Pohlers
Unterwegs in der Welt. Elhad As Sy, seit 2014 Generalsekretär der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, pocht auf die Würde der Flüchtlinge.
Unterwegs in der Welt. Elhad As Sy, seit 2014 Generalsekretär der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, pocht auf die...Foto: DRK/Mareike Günsche

Ungarn, Slowenien, vielleicht bald auch Mazedonien: Angesichts der Flüchtlingskrise werden in Europa seit Wochen wieder Zäune aufgebaut. Elhadj As Sy, Generalsekretär der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung (IFRC), ist überzeugt, dass sich Menschen mit dem Krieg im Rücken nicht durch Maschendraht und Absperrungen aufhalten lassen. "Die Menschen finden immer einen Weg, weil sie Sicherheit wollen", sagte er bei seinem Antrittsbesuch in Deutschland in einer Postdamer Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Brandenburg.

Entscheidungen wie in Ungarn würden dazu führen, dass kriminelle Aktivitäten von Schleppern und Schmugglern zunehmen. "In einer globalisierten Welt kann man keine Grenzen schließen", betonte er. Deshalb sei es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um den Menschen Schutz zu bieten. Es sei außerdem Aufgabe der Weltgemeinschaft, schnell zu politischen Lösungen für die Konflikte in Ländern wie Syrien zu kommen.

Für die Unterbringung und Aufnahme der Flüchtlinge mahnte er, alles zu tun, um die Würde der Menschen zu sichern. "Die Flüchtlinge hier in Potsdam sprechen nicht über die Qualität des Essens oder der Unterkunft, sie sprechen über Sicherheit und Würde."

Derweil sei die Situation besonders in Syrien mit seinen 7,5 Millionen Binnenflüchtlingen untragbar. Nach Angaben As Sys kommen 80 Prozent der humanitären Hilfe im Land vom Roten Halbmond. Die Gefahren für die Bevölkerung würden auch für die IFRC-Mitarbeiter gelten. "Seit Beginn des Bürgerkriegs haben wir 52 Freiwillige verloren." Die bewaffneten Gruppen würden auch auf Krankenwagen schießen.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

1 Kommentar

Neuester Kommentar